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Dramatische Entwicklung im Sorgerechtsstreit Rantala – Junge flüchtet aus Kinderheim

Von   /  18. März 2010  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Der siebenjährige Robert Rantala, den die finnische Vormundschaftsbehörde gegen den Willen seiner Eltern in ein Kinderheim gesteckt hatte, ist aus dem Heim geflüchtet und nach Hause zurückgekehrt. Nach russisch-finnischen Verhandlungen auf höchster Ebene wurde nun entschieden, den Jungen vorläufig bei seinen Eltern zu lassen.

Robert Rantala, Sohn einer Russin und eines Finnen, war vor mehr als einem Monat von der finnischen Vormundschaftsbehörde zwangsweise in ein Kinderheim gesteckt worden, nachdem er in der Schule erzählt hatte, dass ihm seine Mutter einen Klaps gegeben habe und dass er möglicherweise mit ihr nach Russland fahren würde.

Vater will russischen Pass, um Kind zu behalten

Die finnische Vormundschaftsbehörde entschied, dass es für den Jungen, der sowohl die russische als auch die finnische Staatsbürgerschaft hat, gefährlich sei, weiterhin mit seinen Eltern zu leben, und ließ ein Gerichtsverfahren einleiten, um seiner Mutter und seinem Vater die Elternrechte zu entziehen. Der Vater des Jungen hat inzwischen Russland um Zuerkennung der russischen Staatsbürgerschaft gebeten, nur um sein Kind wiederzubekommen

Im Kinderheim wurde Robert von älteren Kindern verprügelt und musste wegen Augen- und Kopfverletzungen sogar im Krankenhaus behandelt werden. Am Montag gelang dem Jungen die Flucht nach Hause. Mutter Inga Rantala befürchtet eine gewaltsame Wegnahme des Sohnes durch die finnische Polizei. Ihr zufolge hat sich Robert aus Angst davor in der Sauna verschanzt. „Wir geben ihn nicht wieder ab. Er weint und zittert. Ich kann ihn jetzt nicht verraten“, sagte sie zu RIA Novosti.

Russlands Ombudsmann vermittelt im Streit

Der Streit hat inzwischen eine höhere Ebene erreicht. Die Außenminister Russlands und Finnlands, Sergej Lawrow und Alexander Stubb, haben die Situation erörtert und sich darauf verständigt, das Problem den Kinderrechtsbeauftragten beider Länder zu überantworten. Der russische Kinderrechtsbeauftragte Pawel Astachow hat nach Verhandlungen mit seinem finnischen Kollegen erreicht, dass Robert vorläufig bei seinen Eltern bleiben kann.

Das ist nicht der erste „Kinderskandal“ zwischen Russland und Finnland. Im vorigen Jahr hatte das finnische Gericht die russische Bürgerin Rimma Salonen wegen Entführung ihres Sohnes Anton zu anderthalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Laut der Anklage habe Rimma Salonen nach der Scheidung von ihrem Mann den Sohn ohne väterliche Genehmigung mit nach Russland genommen. (rian/eva)

Bild: Presse

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  • Veröffentlicht: 9 Jahren vor auf 18. März 2010
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  • Zuletzt geändert: März 18, 2010 @ 3:21 pm
  • Rubrik: Aktuell, Ticker

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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