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Dmitri Kosak – wird der „Feuerwehrmann“ aus dem Kreml neuer Petersburger Gouverneur?

Von   /  15. August 2011  /  1 Kommentar

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eva.- Nachdem die letzten Weichen für die Ernennung der bisherigen Petersburger Gouverneurin Valentina Matwijenko in den Föderationsrat gestellt worden sind, stellt sich die dringende Frage, wer sie ablösen wird. Mit seinem Arbeitsbesuch in St. Petersburg und der Teilnahme an der Eröffnung des Damms über den Finnischen Meerbusen löste Dmitri Kosak sofort Spekulation über seine mögliche Position als zukünftiger Petersburger Gouverneur aus.


Gehört zum „Petersburger Kreis“

Zwar wurde Kosak laut eigenen Angaben noch kein Angebot für den Gouverneurs-Sitz gemacht, doch sein Profil entspricht durchaus einem möglichen Gouverneur. Zuerst einmal gehört er zum „Petersburger Kreis“ – der 1958 im ukrainischen Kirowograd geborene Jurist studierte in Leningrad und arbeitete später mit dem heutigen Ministerpräsident Putin in der Stadtverwaltung.  Dann gehört er auch im Kreml zum engen Vertrautenkreis um Putin und Medwedew – in seiner Position als Vizeministerpräsident wird er für besonders dringende und wichtige Aufgaben eingesetzt.

Zu diesen gehört auch seine momentane Funktion als Koordinator der Vorbereitungen für die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi. Doch bereits zuvor löste Kosak für die Regierung besonders schwierige Aufgaben, unter anderem die Verwaltungs- und Gerichtsreform sowie die Reform der regionalen Selbstverwaltung.

Loyal, aber ohne Maulkorb

International bekannt wurde sein Name erstmals 2005 als Kosak in einem Bericht für die Moskauer Regierung Korruption und Misswirtschaft in den Teilrepubliken Dagestan und Tschetschenien offen kritisierte. Als Verantwortlicher für den Wahlkampf von Präsident Wladimir Putin 2004 bewies er seine Loyalität zu Putin. Kosak gilt als guter Krisenmanager, als „Feuerwehrmann“, der dank seinen engen Beziehungen zu Medwedew und Putin über die nötige Durchsetzungskraft verfügt.

Kein Parteimensch

Im Gegensatz zur bisherigen Petersburger Gouverneurin Matwijenko, die bereits zu Sowjetzeiten in der Kommunistischen Partei leitende Positionen innehatte und sich heute klar als zur mächtigen Partei „Einiges Russland“ stellt, ist Kosak kein Parteimensch. Seine Ernennung könnte einen ähnlichen Generationenwechsel wie in Moskau vor einem Jahr bedeuten als der langjährige Bürgermeister Luschkow und Partei-Apparatschik durch den „Macher“ Sobjanin abgelöst wurde.

Bild: Vertrauter des Präsidenten: Dmitri Kosak (rechts) im Gesprächt mit Dmitri Medwedew in Sotschi. (Bild: www.kremlin.ru)

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. W. Willeke sagt:

    Kosak hat die Verwaltungsreform durchgeführt? Von welcher Reform ist die Rede? das kann höchstens als ‚Baustelle‘ bezeichnet werden. Bis zur Reform ist noch ein seeeeeeeeeehr langer Weg.

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