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Dittchenbühne aus Elmshorn spielt Paul Fechters „Zauberer Gottes“

Von   /  9. Oktober 2012  /  Keine Kommentare

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pd.- Wie jedes Jahr macht die Wanderbühne „Dittchenbühne“ aus Elmshorn bei Hamburg auch in St. Petersburg Station. Die geistreiche masurische Komödie „Der Zauberer Gottes“ von Paul Fechter wurde schon mehrfach von der Dittchenbühne inszeniert. Die Komödie spielt im Ostpreussen nach dem Ersten Weltkrieg und schildert das Schicksal eines widerspenstigen Dorfpfarrers, der seinen eigenen Weg zu Gott sucht.


Der Sprache seines Herzens folgend, wendet er sich ab von der offiziellen Glaubenauffassung und von der bürokratisierten Kirche. Deswegen und weil er sich für die heidnischen Traditionen der Bevölkerung einsetzt, soll er seines Amtes enthoben werden.

Der Autor des Stücks Paul Fechter (1880-1958) war ein deutscher Theater- und Kunstkritiker, Redakteur und Schriftsteller und wurde als Sohn einer alteingesessenen Bürger- und Handwerkerfamilie in Elbing geboren.1905 promovierte er an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Von 1906 bis 1910 war Fechter Feuilletonredakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten, von 1911 bis 1915 bei der Vossischen Zeitung. Einem größeren Publikum wurde er bekannt durch sein 1914 erschienenes Buch Der Expressionismus, einer Stilrichtung, für die er sich auch später weiter einsetzte.

Nach dem Ersten Weltkrieg war Fechter wieder Feuilletonredakteur bei der Deutschen Allgemeinen Zeitung. Die DAZ verließ er im Herbst 1933, um mit Fritz Klein und Peter Bamm die Wochenzeitung Deutsche Zukunft zu gründen, deren Mitherausgeber er bis 1940 blieb. Von 1933 bis 1942 gab Fechter zusammen mit Rudolf Pechel auch die Deutsche Rundschau heraus. Von 1937 bis 1939 war er Redakteur des Berliner Tageblatts. 1939 kehrte er ins Feuilleton der DAZ zurück.

Seine Komödie Der Zauberer Gottes sollte am 2. November 1941 in Königsberg uraufgeführt werden, die Premiere wurde auf den 11. Januar 1941 verschoben und nach der Generalprobe verboten. Im September 1943 wurde Fechter vom Reichsverband der Deutschen Presse vor das Bezirksgericht Berlin geladen, unter der Anklage, „ein Feind der nationalsozialistischen Weltanschauung zu sein“.

Ursache waren nach Fechters Einschätzung seine Arbeit an einem Buch über Barlach 1935, die Komödie Der Zauberer Gottes, sowie der Gesamteindruck, der dazu geführt hatte, dass er auf die „schwarze Liste der Partei“ gekommen war. Fechter konnte dem Prozess jedoch mit Hilfe von Beziehungen entgehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg schrieb Fechter unter anderem für das Feuilleton der Wochenzeitung Die Zeit.

Bild: Max Glauer/ Wikimedia Commons

10. Oktober 18.00. Sadowaja ulitza, 75. Dom molodeshi „Rekord“. Auf Deutsch. www.dittchenbuehne.de

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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