Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Aktuell  >  Aktuelle Artikel

Direktor des Kriegmarine-Museums wegen Betrugs und Bestechung verurteilt

Von   /  13. Juli 2015  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

eva.- In einem der schwersten Betrugsfall der vergangenen Jahre wurde der Hauptangeklagte, der ehemalige Direktor des Kriegsmarinemuseums Andrei Ljalin zu neun Jahren verschärfter Lagerhaft und zur Zahlung einer Wiedergutmachungssumme von einer halben Milliarde Rubel verurteilt. Sein „Geschäftspartner“ Alexandr Schwirikasow, Direktor der „Neviss-Komplex“, über die der Betrug abgewickelt wurde, erhielt drei Jahre Lagerhaft.

Das Gericht sprach beide in vollem Umfang für schuldig, zwischen 2010 und 2013 mittels fiktiver Aufträge rund 650 Millionen Budgetgelder auf die Seite geschafft zu haben. Die Mittel waren für den Umzug des Museums vom Börsengebäude auf der Strelka an den neuen Standort in den Krjukow-Kasernen bestimmt, doch wurde nur ein kleiner Teil der Arbeiten wirklich ausgeführt. Die Eröffnung des neuen Museums musste mehrmals verschoben werden. Ausserdem wurden beim Umzug mehrere kostbare Exponate beschädigt.

Kein Geständnis der Verurteilten

Weder Ljalin noch Schwirikasow gestanden ihre Schuld ein – letzterer behauptete sogar, bei dem Auftrag noch 200 Millionen Rubel aus eigener Tasche draufgelegt zu haben. Die Firma „Neviss-Komplex“ hatte früher bereits grosse Regierungsaufträge erhalten, so zum Beispiel bei der Rekonstruktion des Konstantin-Palasts in Strelka. Als sie jedoch in einen Gerichtsstreit mit dem Ölkonzern „Transneft“ geriet, verlor sie viele Staatsaufträge und geriet an den Rand des Bankrotts.

Wie die Ermittlungen seit 2013 ergaben, hatte Ljalin als Museumsdirektor nicht nur das Verteidigungsministerium, sondern auch seinen Kumpanen betrogen. So behauptete er ihm gegenüber, er müsse sich das Schweigen der Kontrollstellen im Ministerium erkaufen und erhielt dafür 56 Millionen Rubel. Bei der Urteilsverkündung kritisierte das Gericht die larsche Haltung des Verteidigungsministeriums, dank der ein solcher Betrug ermöglicht wurde. Beide Verurteilten fechten das Urteil an.

Bild: Wikimedia Commons

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Kehrtwende im Umzugsskandal des Petersburger Kriegsmarinemuseums

[ad#ad-3]

    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

WM2018 – was rund um den Fussball geschieht: „ausgesperrter“ Blatter geniesst Fussball-WM als Putins Gast – Küsse und Beleidigungen von Fans

mehr…