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Die „Tschaika“ soll aus dem Nest vertrieben werden

Von   /  26. Mai 2009  /  5 Kommentare

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Die deutsche  Restaurant-Kneipe  „Tschaika“ am Kanal Gribojedow, die lange Zeit eine wichtige Anlaufstelle für für heimwehkranke Deutsche war, wird wohl bald den Betreiber wechseln.

Von Markus Müller

Die Kneipe war mit der Gründung 1989 lange das einzige Restaurant St. Petersburgs mit ausländischem Miteigentümer. Die Hamburger Firma CBT Tschaika GmbH war bis 2002 mit 49%  an dem Unternehmen beteiligt, 51%  gehörten der Stadt.  Das bekannte Restaurant mit deutscher Küche bot vielen Deutschen in den Jahren der Perestroika und auch danach einen bisschen Heimat, soziale Kontakte und Abstand vom Durcheinander der wilden 90er Jahre.

Seit 2008 versucht das KUGI den neuen Eigentümer, die JSC Company TSCHAIKA jedoch mit juristischen Mitteln loszuwerden. Im vorläufig letzten Verfahren vom 23. April lautete die Klage des KUGI auf Zahlung von 11 Millionen Rubeln Mietrückstand, Beendigung des Mitvertrags und Räumung.  Bei der Verhandlung war kein Vertreter der Tschaika Managements vertreten.

Der Konflikt zwischen der JSC Tschaika und dem KUGI schwelt schon länger. Bereits 2008 gewann das KUGI einen ähnlichen Prozess der später in einem Vermittlungsverfahren mit einem Vergleich beigelegt wurde. Auf Nachfrage vom St. Petersburger Herold erklärt Claudio Fopp, von 1995 bis 1999 Direktor der Tschaika “ Wie es jetzt aussieht ist schade, früher wahr es dort viel lustiger“

*Чайка = Tschaika = Möwe = (in UdSSR zeiten auch synonym für Freiheit da sie über die Grenzen
fliegen können

KUGI siehe unser Glossar

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5 Kommentare

  1. DP sagt:

    Die „Tschaika“ war immer auch ein Symbol für die gelebten engen Verbindungen zwischen Russland und Deutschland – mit all seiner Vielschichtigkeit und seinen menschlichen Abgründen – gerade in einer Zeit, wo sich Europa stark verändert hat … Ja – die Zeiten haben sich geändert seit dem: Aber wir stehen vor neuen Veränderungen, welche beide Länder noch mehr zusammenbringen sollten. Eine Institution wie die „Tschaika“ wäre hier ein kleiner, aber nicht zu unterschätzender Faktor !

  2. mm sagt:

    Hallo Grimaudin

    ich denke die Tschaika wird nicht verschwinden, aber ggf. nach einem (ist ja auch in Deutschlang gerae „Mode“) Insolvenzverfahren an einen neuen Pächter gehen. Und wenn der einigermassen bei Trost ist, dann macht er die Kneipe wieder wie Früher. D.H. zum Treffpunkt für alle auf „neutralem“ Territorium :)

  3. Grimaudin sagt:

    Schade wenn das Tchaika verschwindet, war auch über eine Dekade mein „zweites“ Wohnzimmer, mit all den erlebten Geschichten rund um diese Kneipe.
    Nach der Arbeit auf ein Glas Wein an der Theke, manchmal das Roastbeef gegessen, oder die Matjes mit Apfelsosse…das war ein bishchen Heimat in der Heimat. Aber nach einem Besuch letzten Sommer habe ich auch gesehen und erlebt, dass nichts mehr so ist, wie es wa – ohne Peter Wolf
    Man darf nicht vergessen, dass das Tchaika ein Kind der Perestroika war, und auch für die turbulenten 90 er Jahre in St.Petersburg steht. Heute ist alles anders , und nichts wird mehr wie es einmal war…und so ist auch für diese Lokalotät leider wohl die Zeit gekommen.

  4. Realsatire sagt:

    Klassischer Fall von Muttersöhnchen. Zum Interview mit der DP.RU schickt er Mamma, wenns knapp wird bezahlt Papa (bekannter Inhaber einer Marschrutka Firma). Aber im eigenen Betrieb Flagge zeigen ist wohl nicht….

  5. eva sagt:

    Wirklich schade – sogar die gewohnte Gartenwirtschaft fehlt, die immer voller deutscher Touristen, die dort ihr Jever kippten.

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