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„Die Macht der Musik“ – eine Ausstellung über das Alexandrow-Ensemble entsteht

Von   /  25. Oktober 2017  /  Keine Kommentare

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eva.- Im Dezember jährt sich die Flugzeugkatastrophe, bei der 2016 unweit von Sotschi beinahe sämtliche Mitglieder des legendären Alexandrow-Ensembles ums Leben kamen. Das Ensemble – Aushängeschild der russischen Armee und musikalischer Botschafter Russlands – wird im kommenden Jahr 90 Jahre alt. Gleichzeitig jährt sich zum 70. Mal sein denkwürdiger Auftritt auf dem Berliner Gendarmenmarkt. Aus diesem dreifachen Anlass entsteht nun in Berlin eine Ausstellung.

Das Berliner Konzert von 1948 vor mehr als 30.000 Zuschauerinnen und Zuschauern wird noch heute von vielen als erste Freundschaftsgeste der sowjetischen Besatzungsmacht gegenüber den Deutschen interpretiert: „Am 18. August 1948 singen Sieger für Besiegte. Die Befreier sind nun Besatzer. Berlin ist längst eine geteilte Stadt. Vier Sektoren markieren das politische Weltgeschehen. Das Konzert vor dem ausgebrannten Schauspielhaus dirigiert Boris Alexandrow, Sohn und Nachfolger des Ensemble-Gründers. Als Wiktor Nikitin »Kalinka« singt, sind alle aus dem Häuschen. Als er auf deutsch »Im schönsten Wiesengrunde« anstimmt, verstehen die Berliner die großherzige Geste – Sieger und Besiegte müssen nicht auf ewig Feinde sein.“ So beschreibt Sebastian Köpcke die Situation auf der Webseite des Ausstellungsprojekts (www.alexandrow-expo.de).

Jahreszahlen und Jubiläen sind sind das eine, das andere ist ein Bedürfnis nach Verständigung zwischen Ost und West, welche zur Organisation dieser Gedenkausstellung geführt haben. Die beiden Berliner Sebastian Köpcke und Claudia Opitz haben das Ensemble als Kinder miterlebt. Sebastian Köpcke gestaltet seit 30 Jahren Ausstellungen, und die Autorin Claudia Opitz reiste früher als selbst als Tänzerin zu Gastspielen in die Sowjetunion.

Projektpartner: Russisches Haus in Berlin

Die beiden sammeln Archivmaterial und knüpfen Kontakte, um 2018 in Berlin eine Jubiläumsausstellung auf die Beine zu stellen. Laut Köpcke sind prinzipiell alle begeistert von der Idee, doch gehe es nun darum die Finanzen, Sponsoren und Lokalitäten zu organisieren. Das Russische Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin ist bereits offizieller Projektpartner, die Russische Botschaft wurde für eine Zusammenarbeit angefragt.

Auf der Webseite des Projekts kann derweil die Entstehung der Ausstellung mitverfolgt werden. Mit historischen Fotos, Videos, Plattenumschlägen und Konzertprogrammen wird die ruhmreiche Geschichte des Ensembles dokumentiert, das mit seiner Professionalität und seinem Charme immer wieder Brücken zwischen Blöcken und Nationen schlagen konnte.

Fulminantes Konzert 1994 im Berliner Lustgarten

Mehr als 70 Länder besuchten die MusikerInnen und TänzerInnen aus Moskau, vor Castro, dem Papst und sogar vor der Nato traten sie auf. In den Sechzigerjahren, mitten im Kalten Krieg ging die französische Sängerin Mireille Mathieu mit dem Alexandrow-Ensemble auf eine Tournee durch Sowjetunion – eine Freundschaft, die bis heute hält.

1994 gab das Ensemble ein fulminantes Konzert mit der Rockband „Leningrad Cowboys“ im Berliner Lustgarten. Ein Hauptziel der Ausstellung wäre es, in der gegenwärtigen Atmosphäre des Misstrauens und Säbelrasselns zwischen Russland und dem Westen einen Teil des freundschaftlichen und enthusiastischen Geistes von damals wieder auferstehen zu lassen.

Bild: Piotr Bieniecki/ www.fototeo.pl

www.alexandrow-expo.de

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Untersuchung des Tu-154-Absturzes bei Sotschi abgeschlossen

 

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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