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Deutschland wechselt Botschafter in Moskau aus

Von   /  12. Februar 2014  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Im März tritt Deutschlands neuer Botschafter in Moskau,  Rüdiger Freiherr von Fritsch, sein Amt an, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag. Der Nachkomme einer alten Adelsfamilie verlässt seinen Botschafter-Posten in Polen. In letzter Zeit beschäftigte er sich viel mit Fragen der „Ostpartnerschaft“. Es ist kein Geheimnis, dass Moskau das EU-Projekt skeptisch sieht und als „Quarantäne-Gürtel“ um Russland bewertet.

In der Biographie des künftigen Botschafters in Moskau gibt es viele Episoden im James-Bond-Stil, so die Deutsche Welle. Dazu gehört seine Tätigkeit im Bundesnachrichtendienst als Vizepräsident. Damals soll er seinem Cousin zur Flucht aus der DDR via Bulgarien mit einem gefälschten Pass verholfen haben. Nach Russland kommt ein erfahrener Osteuropa-Experte. Er wird wohl Botschafter bis zu den nächsten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Russland bleiben.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Ernennung des neuen Botschafters ein Kompromiss zwischen den deutschen Koalitionspartnern bei der Umsetzung der neuen Russland-Politik geworden ist. Früher war dafür CDU-Politiker Andreas Schockenhoff zuständig gewesen, der den Schwerpunkt auf humanitäre Fragen und vor allem auf die Einhaltung der Menschenrechte in Russland legte. Das führte zur Abkühlung der Beziehungen zwischen Moskau und Berlin.

„In einen permanenten Dialog treten“

Der deutsche Politologe Peter Schulze hofft, dass Berlin die Ostpolitik der früheren großen Koalition wieder aufnimmt, als Frank Walter Steinmeier ebenfalls Außenminister und der jetzige Russland-Koordinator Gernot Erler Staatsminister im Auswärtigen Amt war. Schulze erwartet einen neuen Russland-Kurs der deutschen Regierung. Die Handlungen der schwarzgelben Koalition seien kontraproduktiv gewesen. Je mehr Kritik gegen Wladimir Putin gerichtet worden sei, desto weniger Nutzen habe dies der oppositionellen Bewegung in Russland gebracht. „Russland lässt sich von Außen nichts sagen, genauso wie die USA.“ Mit solchen Ländern müsse man „in einen permanenten Dialog treten“, so Schulze. „Ich glaube, das ist die entscheidende Sache, die Erler machen kann.“ Er könne Moskau nahelegen, eine „etwas andere Politik“ sei in Russlands eigenem Interesse.

In diesem Zusammenhang ist die Rolle des Botschafters von großer Bedeutung. von Fritsch und Erler sind sehr unterschiedlich (Erler studierte in Leningrad und spricht gut Russisch). Beide müssen an der Verbesserung der aktuellen Situation arbeiten. Es stellt sich die Frage, was von diesem Duo zu erwarten ist. Der neue Botschafter wird dem außenpolitischen Kurs wohl stärker folgen. Vor diesem Hintergrund können die als Diplomat und Aufklärer erworbenen Eigenschaften von Fritsch eine große Rolle spielen – die Fähigkeit, objektive Informationen zu erhalten und sie richtig zu interpretieren. Diese beiden Eigenschaften sind sehr wichtig beim Aufbau eines neuen Beziehungsmodells zwischen Russland und Deutschland. (rian)

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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