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Deutsches Gericht verurteilt russischen Hacker „Hell“

Von   /  7. August 2015  /  Keine Kommentare

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spn./eva.- Ein Bonner Gericht hat am 5. August Sergej Maximow zu anderthalb Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung für den Einbruch in die Mailbox des russischen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny verurteilt.

„Das Urteil: anderthalb Jahre Bewährungsstrafe, drei Jahre Bewährungsfrist, 400 Stunden gemeinnützige Arbeit und 400 Euro Bußgeld zugunsten Amnesty International“, twitterte die Pressesekretärin von Nawalny, Kira Jarmysch. Laut ihr hat der Richter erklärt, er habe keine Zweifel daran, dass Maximow tatsächlich „Hacker Hell“ ist, der sich zu den mehrmaligen Einbrüchen bekannt hatte.

Maximow wies Anschuldigungen zurück

Die deutsche Staatsanwaltschaft hatte für Maximow zwei Jahre Haft und mehrere hundert Stunden Pflichtarbeit als Strafe gefordert. 2012 hatte Nawalny alle bekannten Informationen zu „Hell“ gesammelt und sie an die deutsche Staatsanwaltschaft geschickt, wo bereits Klagen auf diese Person eingereicht worden waren. Der Hacker machte auch kein Hehl daraus, dass er die privaten Accounts von Bloggern Boris Akunin, Andrej Malgin und Valeria Nowodworskaja eingebrochen hat.

Das Haus des 41-Jährigen arbeitslosen Maximow in Bonn wurde durchsucht, wobei CDs und sonstige Datenträger mit den Mails von Nawalny beschlagnahmt wurden sowie andere Dokumente, die als „Hell“ unterschrieben waren. Der Angeklagte leugnet seine Teilnahme an der Straftat und behauptet, nie diesen Namen benutzt zu haben. Allerdings bestätigte der Internet-Dienstleister von Maximow, dass die Attacken von seiner IP-Adresse aus gemacht wurden.

Gehacktes Material als Beweismittel gegen Oppositionellen Nawalny

Laut Nawalny haben die vom Hacker veröffentlichten Auszüge aus seinen Mails als Material für das Strafverfahren gegen ihn im Fall Geldunterschlagung bei Kirowles gedient sowie als Begründung für das Urteil, das gefällt wurde: fünf Jahre Strafanstalt, die später gegen eine gleich lange Bewährungshaft ersetzt wurden. Im Dezember 2014 folgte ein weiterer Prozess, in dem Nawalny wegen Diebstahl und Betrug der französischen Kosmetikfirma Yves Rocher zu einer weiteren, dreieinhalbjährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden war.

Beide Urteile gegen Alexej Nawalny wurden von Kritikern im In- und Ausland als politisch motiviert bezeichnet, um den populären Politiker und Blogger von seinen politischen Aktivitäten fernzuhalten. Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny war vor einigen Jahren durch seine Korruptions-Enthüllungen bekannt geworden. Bei der Moskauer Bürgermeisterwahl im September 2013 war der damals 37-Jährige mit 27 Prozent der Stimmen überraschend Zweitplatzierter hinter dem vom Kreml unterstützten Amtsinhaber Sergej Sobjanin geworden.

Bild: Wikimedia Commons

www.sputniknews.com

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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