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Deutscher Generalkonsul Benedikt Haller im „Kreuzverhör“ im Begegnungszentrum

Von   /  15. März 2012  /  Keine Kommentare

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Von Eugen von Arb

Benedikt Haller, Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland, stellte im Deutsch-Russischen Begegnungszentrum sein Land vor. In seinem Vortrag mit anschliessender Fragenrunde erwies er sich als interessanter Referent und Gesprächspartner. (Fotogalerie siehe unten)


Ein ganzes Land innerhalb zweier Stunden vorzustellen, ist schwierig, doch Benedikt Haller setzte sich locker in einen Stuhl vor das grosse Publikum und gestaltete einen interessanten Abend ohne Präsentations- und Bilderzauber.

Er strukturierte sein Referat in die konventionellen Themen, kam aber jeweils gleich auf die wesentlichen Punkte zu sprechen. In der Aussenpolitik beschrieb er den Orientierungswechsel Deutschlands vom „Pol“ USA zu einem eigenständigen und EU-ausgerichteten Kurs, in der Innenpolitik das Zusammenwachsen der wiedervereinigten Nation und in der Wirtschaft die Rolle der diversifizierten Wirtschaft in der weltweiten Krise der vergangenen Jahre.

Stabilität durch Bereitschaft zum Wandel

Auch um unangenehmere Fragen machte er keinen Bogen – so kam beispielsweise die Rolle der Bundesrepublik in der EU-Finanzkrise zur Sprache. Haller wies darauf hin, wie wichtig in solchen Situation für die Kanzlerin der Rückhalt in der Bevölkerung sei. Obschon das Finanzloch grösstenteils mit Steuergeldern bezahlt werde, unterstützten die meisten Deutschen den Kurs Angela Merkels in dieser Frage.

Stabilität sei sicher wichtig, meinte er, aber die Stabilität werde nur durch eine Bereitschaft zu Veränderungen gewährleistet. Als Beispiel nannte er die mögliche Einführung einer Ausbildung für islamische Geistliche an deutschen Hochschulen als Resultat des hohen Anteils türkischstämmiger Bewohner.

Visafreiheit erst in einigen Jahren

Schon bald gab er dem Publikum das Wort, das seine Fragen zu Umwelt- und Energiepolitik, zur EU-Osterweiterung, zu den neuen Bundesländern, Migrationsproblemen und zur möglichen Visafreiheit stellte. Letztere stellte er erst in einigen Jahren in Aussicht, obwohl die Abschaffung der Schranken ein erklärtes Ziel Deutschlands und Russlands sei.

Zum Abschluss bedankte sich das Zentrum bei seinem Gast mit einem Auftritt der Theatergruppe „Wolke“, die ihr Stück „Florians Traum vom Clown“ zeigte, mit dem sie am Schultheaterwettbewerb teilnehmen wird.

Bilder: Eugen von Arb/ SPB-Herold

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Rochade am Deutschen Generalkonsulat St. Petersburg – Haller löst Schaller ab

 

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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