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Deutscher avanciert zum größten Milchproduzenten in Russland

Von   /  3. Juli 2015  /  Keine Kommentare

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spn.- Der deutsche Unternehmer Stefan Dürr ist einem Zeitungsbericht zufolge zum größten Milchproduzenten in Russland geworden. Er ist seit einem Vierteljahrhundert in der russischen Agrarbranche aktiv. Nun kritisiert er die westlichen Sanktionen und lobt Moskaus wirtschaftliche Gegenmaßnahmen.

Das Unternehmen Ekoniva, Tochtergesellschaft der in Walldorf ansässigen Ekosem-Agrar GmbH, ist im vergangenen Jahr zum größten Rohmilch-Produzenten Russlands aufgestiegen. Die Produktion nahm dabei um 28 Prozent auf 153.700 Tonnen Milch zu. Das geht aus dem Jahresbericht von Ekosem-Agrar hervor, wie die russische Zeitung „Wedomosti“ schreibt. Der bisherige Spitzenreiter Krasny Vostok Agro produzierte nach Angaben seines Sprechers 140.920 Tonnen Milch.

Wie die Zeitung weiter berichtete, erzielten die Agrarprojekte von Stefan Dürr im Jahr 2014 einen Reingewinn in Höhe von insgesamt 17,4 Millionen Euro. Der Unternehmer will das Geschäft in Russland weiter ausbauen. Gegen Ende 2015 soll der Milchkuhbestand auf 25.000 steigen.

Mehrfach ausgezeichnet

Artjom Below, Leiter des russischen Milchproduzenten-Verbandes, sagte dem Blatt, die Regierung in Moskau begreife, dass sich Projekte auf diesem Gebiet nicht schnell rentieren und deshalb Hilfe brauchen. Ekoniva sei eines der Unternehmen, das Unterstützung im Sinne der Projektfinanzierung bekommen habe.

Wie es auf der Webseite von Ekosem-Agrar heißt, ist Stefan Dürr seit Ende der 1980er Jahre in der russischen Landwirtschaft aktiv. Als erster Unternehmer aus Deutschland erhielt er den Pjotr-Stolypin-Nationalpreis, mit dem die „Agrarelite Russlands“ ausgezeichnet wird. Für seine Verdienste um den deutsch-russischen Agrardialog wurde er 2009 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Gegen westliche Sanktionen

Im Januar 2014 wurde dem deutschen Unternehmer auch die russische Staatsbürgerschaft verliehen. Damit wurde sein Beitrag zur russischen Landwirtschaft gewürdigt. Den entsprechenden Erlass unterzeichnete Wladimir Putin. Dürr kritisierte die wegen der Ukraine-Krise eingeführten westlichen Sanktionen gegen Moskau. „Die Welt“ zitierte ihn im Mai mit den Worten: „Die Sanktionen des Westens sind mir absolut unverständlich: Wie man so viel kaputt schlagen kann, was aufgebaut worden ist“.

Der Deutsche lobte auch die russischen Gegensanktionen, bei denen Agrarimporte aus dem Westen drastisch begrenzt wurden: „Ich denke, es ist gut, dass russische Produkte jetzt wieder mehr Chancen haben. Als russischer Verarbeiter kommt man jetzt leichter in die Supermarktketten (…) Für die russische Landwirtschaft ist es positiv.“

Dürr sagte damals, in einem persönlichen Gespräch habe er Putin sogar in Sachen Gegensanktionen bestärkt: „Man musste ja schon aus innenpolitischen Gründen irgendetwas tun, um zu zeigen: Es geht nicht nur in eine Richtung.“ Dies stieß allerdings, wie „Die Welt“ schrieb, beim Deutschen Bauernverband auf wenig Begeisterung. Dessen Sprecher sagte, von Dürrs Warte aus sei es verständlich, dass dieser die russische Politik verteidige.

Bild: Presse/Ekosem Agrar GmbH

www.sputniknews.com
www.ekosem-agrar.de

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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