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Deutsche Woche 2011: Plattform für Wissen, Austausch und Debatte

Von   /  23. April 2011  /  Keine Kommentare

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eva.- Neben kulturellen Veranstaltungen bietet die Deutsche Woche jeweils eine Vielzahl von kleineren Veranstaltungen im Bereich, Bildung, Wirtschaft und Politik an. In Hörsälen, Konferenzräumen von Universitäten und Schulen, sowie im Goethe-Institut treffen sich Fachpublikum und Spezialisten zu Austausch und Diskussionen.

Im Medienklub „Bürger und Medienkonsum“ ging es darum, wie man den Bürgern von Kindsbeinen an beibringen kann, sich kritisch mit den Medien auseinanderzusetzen. Werner D’Inka, Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung stellte zum Einstieg der Veranstaltung das Projekt „Zeitung in der Schule“ vor, das von vielen kleineren und grösseren deutschen Zeitungen aktiv unterstützt wird.

Dabei wird das Zeitungslesen zum täglichen Schulfach – Schülerinnen und Schüler werden im Unterricht daran gewöhnt, sich über das Geschehen zu informieren und sich dazu eine eigene Meinung zu bilden. Gefördert durch Gratiszeitungen und Schreibwettbewerbe wird dadurch ein starker Nachwuchs an kritischen Lesern und qualifizierten Journalisten geschaffen.

Zeitunglesen fördert Allgemeinwissen, Ausdrucksfähigkeit, Konzentrationsfähigkeit und Neugier

Anhand von Statistiken zeigte D’Inka auf, dass die Zahl der Zeitungsleser in Deutschland im europäischen Vergleich immer noch sehr hoch ist, aber stetig abnimmt. Das Internet übernimmt zwar teilweise die Funktion der gedruckten Zeitung, doch wurde nachgewiesen, dass die Konsumenten einen immer grösseren Teil der Zeit auf Unterhaltungsangebote und soziale Netzwerke verwendet. Zeitungslesen fördert laut D’Inka nicht nur das Allgemeinwissen und die Ausdrucksfähigkeit, sondern erhöht erwiesenermassen die Konzentrationsfähigkeit und Neugier der jungen Menschen.

Auf russischer Seite sieht die Situation wesentlich anders aus. Es existieren praktisch keine Förderungsprogramme, ausserdem haben die meisten Zeitungen neben finanziellen grosse logistische Probleme zu bewältigen, um an die Leser heranzukommen. Zeitungen sind teuer, deshalb übernimmt das Internet eine führende Rolle – viele Qualitätszeitungen bieten hier ihren Stoff kostenlos an.

Demokratie in der Schule zwischen München und Petersburg

Ein direkter Austausch fand auch in der Petrikirche zum Thema „Schüler entscheiden und gestalten mit. Demokratische Prozesse in der Schule“ statt. Die Schülervertretungen der ältesten Petersburger Schule tauschte Wissen mit ihrer Münchner Partnerschule über ihre Möglichkeiten aus, den Schulalltag mitzugestalten. Moderiert von ihren Lehrerinnen Susanne Hederer vom Theodolinden-Gymnasium und Olga Derlaewa von der Petrischule zeigten die Schülerinnen und Schüler ihre Präsentationen. Interessanterweise zeigten sich sehr viele Ähnlichkeiten in den Struktur und Einflussmöglichkeiten.

In beiden Ländern haben die Schüler das Recht, Anträge zu stellen und Klassenvertreter zu wählen – in beiden Ländern haben ihre Vorstösse aber grundsätzlich anregenden Charakter. Doch gibt es auch klare Unterschiede: In Deutschland sind die Schülervertreter im Gegensatz zu Russland landesweit organisiert, und die Schlichtung von Konflikten wird verstärkt von Schülern übernommen. Russische Schülerzeitungen müssen vor dem Erscheinen nicht von der Schulleitung genehmigt werden – so wie es in Deutschland vorgeschrieben ist.

Duales Berufsausbildungssystem: praxis- und wirtschaftsnah

Berufsschulen waren an der Konferenz „Das duale Berufsausbildungssystem: Erfahrungen aus Deutschland und Russland“ an der Staatlichen Universität für Architektur und Bauwesen das Thema. In diesem Bereich unterscheiden sich Russland und Deutschland sehr stark. Während die Lehrlingskarriere in Deutschland zu einem der wichtigsten und bewährtesten Berufsweg gehört, werden in Russland die meisten Fachkräfte an spezialisierten Schulen ausgebildet.

Die Praxis- und Wirtschaftsnähe der Lehrlingslaufbahn ist ein offensichtlicher Vorteil, daher ist Russland im Moment daran, sein Ausbildungssystem umzugestalten. Welche Vor- und Nachteile in beiden Ländern bestehen, wurde an der Konferenz diskutiert, an der führende Wirtschaftsvertreter, darunter, Stephan Stein, Leiter der Vertretung der Handelskammer Hamburg in Sankt Petersburg, teilnahmen.

Umweltschutz und Umweltbewusstsein werden im konsumwütigen Russland klein geschrieben. In einem Land, wo oft weder Wasserhahn noch Heizungsregler richtig funktionieren, denkt kaum einer daran, mit Wärme, Wasser und Elektrizität sparsam umzugehen. Mit dem Handyfilmwettbewerb „Kleine Taten – grosse Wirkung“ sollte ein Bewusstseinswandel begonnen werden. Die Gewinner und ihre Filme wurden im Petersburger Goethe-Institut vorgestellt.

Bilder: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.deutsche-woche.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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