Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Aktuell  >  Aktuelle Artikel

Deutsche Woche 2011: Völkerverständigung bei Bier und Blasmusik

Von   /  21. April 2011  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

pd/eva.- Im Rahmen der Deutschen Woche besuchten die Buker Husarentrompeter St. Petersburg und boten zwei Auftritte (Fotogalerie). Der erste ging im “Paulaner”-Restaurant im Hotel “Park Inn” über die Bühne, wo das Petersburger Publikum Führungen durch die Brauerei unternehmen und dabei verschiedene Biersorten ausprobieren konnte.


Russinnen und Russen sind grosse Bierliebhaber, darum konnten die Musikanten aus Deutschland vor einem vollen Saal auftreten. Begeistert hörte sich das Publikum das stündige Konzert mit traditioneller Blasmusik, Märschen, Polkas und Walzern an. Dazwischen wurde den Husaren, die in Zivil auftraten Paulaner Bier serviert, und zum Ende des Konzerts war eine stattliche Reihe von Biergläsern aufgereiht vor dem Orchester aufgereiht. Am Tag darauf trat das Orchester im Rahmen eines Gottesdienstes in der katholischen Kirche “Mariä Heimsuchung” in St. Petersburg auf.

Bei Lüttich formiert

Das unter den Namen „8. Husaren“ oder auch „Blaue Paderborner Husaren“ bekannt gewordene 1. Westfälische Husarenregiment Nr. 8 wurde 1815 bei Lüttich formiert und zog nach wechselnden Einquartierungen in der Lausitz und im Rheinland 1851 in die Standorte Paderborn, Neuhaus, Wiedenbrück und Lippstadt ein.

Von 1881 bis zu seiner Auflösung im Jahre 1919 war das gesamte Regiment in Paderborn/Neuhaus stationiert. Nach den bayrischen Königen Maximilian II. und Ludwig II. wurde 1889 der russische Zar Nikolaus II. für den Ehrentitel „Chef des Regiments“ gewonnen, was er bis zu seinem Thronverlust 1917 blieb. Während dieser Zeit war die offizielle Bezeichnung des Regiments „Husarenregiment Kaiser Nikolaus II. von Rußland (1. Westfälisches) Nr. 8“.

Husarenregiment in Begleitung von Musikern

In ihrer 68jährigen Garnisonszeit in Paderborn/Neuhaus haben die „8. Husaren“ das wirtschaftliche, soziale und kulturelle Gefüge dieser Orte entscheidend mitgeprägt. Großen Anteil daran hat sicher auch das hervorragende Trompeterkorps gehabt, welches das Regiment im Manöver, beim Exerzieren oder bei feierlichen Anlässen begleitete und darüber hinaus die Bevölkerung mit Konzerten erfreute. Unter seinem letzten Musikmeister Hugo Gerlach waren Musiker der „8. Husaren“ noch bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts bei Festen in und um Paderborn gern gesehen.

Buke liegt als kleines Dorf und heutiger Ortsteil der Gemeinde Altenbeken am Westhang des Eggegebirges im östlichen Westfalen nahe der Bischofsstadt Paderborn. Obwohl offenbar schon früher in Buke gepfiffen und getrommelt wurde, beginnt die eigentliche Vereinsgeschichte im Jahre 1949 mit der Gründung des Spielmannszuges Buke, der sich 1952 der Freiwilligen Feuerwehr Buke anschloss. Diese Verbindung besteht auch heute noch und zu Anlässen der Feuerwehr treten die Buker Husaren in Feuerwehruniform auf.

1971 mit traditionell russischer Uniform eingekleidet

1971 wurde die Uniform des Husarenregiments Kaiser Nikolaus II. von Rußland (1. Westfälisches) Nr. 8 angeschafft. So traten etwa 10 Jahre nach dem letzten Konzert der Gerlach-Kapelle wieder Musiker in den bekannten Uniformen der „8. Husaren“ im Paderborner Land auf. Ständig bemüht, dem Vorbild des alten Trompeterkorps in Erscheinungsbild und Musik möglichst nahe zu kommen, waren die nächsten Jahrzehnte von steigendem Erfolg und Bekanntheitsgrad im In- und Ausland geprägt.

Musikreisen mit Auftritten in Belgien, Holland, Luxemburg, Liechtenstein, Frankreich, Dänemark, Schweden, England, Schweiz, Italien, Irland, Tschechien, Ungarn, Österreich und den USA wurden durchgeführt und machten die Buker Husaren wie ihre Vorgänger beim alten Regiment weit über die Grenzen hinaus bekannt.

www.husaren-buke.de

www.deutsche-woche.ru

    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

Lektorium Cultura: „Das christliche Thema in der deutschen Kunst des 20. Jh.“

mehr…