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Deripaska behält Strabag-Anteil mit Hilfskredit

Von   /  14. Oktober 2008  /  Keine Kommentare

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rian.- Raiffeisen und Strabag Chef Hans-Peter Haselsteiner, die zwei wichtigsten Aktionäre von Strabag, haben dem russischen Oligarchen Oleg Deripaska einen Kredit in Höhe von 500 Millionen Euro gewährt, damit er den Kredit bei der Deutschen Bank begleichen und sein Aktienpaket bei Strabag behalten kann, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Montag.

Deripaskas Unternehmen Rasperia Trading hatte im Frühjahr 2007 mit einem Kredit der Deutschen Bank 30 Prozent von Strabag für 1,2 Milliarden Euro gekauft. Nach Strabags späterem Börsengang hatten alle Aktionäre ungefähr die gleichen Anteile (je 25 Prozent).

Welche Summe die Deutsche Bank dem russischen Oligarchen zur Verfügung stellte, wird nicht bekanntgegeben. Im Herbst 2007 hatte Reuters unter Berufung auf einen Vertreter der Banken gemeldet, dass die En+ Group, die zu Deripaskas Unternehmen BasEl gehört, 700 Millionen US-Dollar beschaffen wolle, um die Schulden bei der Deutschen Bank teilweise zu begleichen.

Seit dem Börsengang sind die Notierungen von Strabag um 59,04 Prozent von 47 auf 19,25 Euro gefallen. Die Kapitalisierung sank zudem von 5,2 auf 2,19 Milliarden Euro. Somit kostet Deripaskas Paket gegenwärtig ungefähr 547 Millionen Euro.

Strabag-Sprecher Christian Ebner sagte, dass die Entscheidung über die Vergabe des Kredits von Raiffeisen und dem Strabag-Generaldirektor Hans Peter Haselsteiner getroffen wurde. Die Kreditfrist sei zwei Jahre, die Rate werde nicht bekanntgegeben, so Ebner. Wenn Deripaska seine Aktien nicht behalten kann, gehe sein Anteil an die beiden anderen Großaktionäre geht, sagte Ebner.

Zuvor teilte die Generaldirektorin von Deripaskas Unternehmen BasEl, Gulschan Moldaschanowa, mit, dass das Unternehmen die Strabag-Aktien nicht verkaufen wolle. „Das ist eine strategische Investition von uns“, sagte sie. „Wir sind nicht nur Aktieninhaber, wir nehmen an der Entwicklung des Unternehmens teil.“ Die Strabag-Aktionäre hätten ebenfalls ein brennendes Interesse daran, dass Deripaska die Aktien behält, sagt Moldaschanowa. Das sei für die Entwicklung der Projekte in Russland notwendig, sagt Ebner.

Das Unternehmen sei wegen dem Absturz des deutschen Markts besorgt, hieß es im Strabag-Memorandum zum Börsengang. 38,4 Prozent des Umsatzes entfallen auf Deutschland, zwei auf Russland. Im Dokument hieß es auch, dass das Unternehmen mehr Projekte in Russland, vor allem in Moskau, Sankt Petersburg, Jekaterinburg und Sotschi, durchführen wolle.

Es ist besser für die Strabag AG, einem Aktionär, für den sie bereit sei, einen Kredit zu gewähren, als mit einem neuen unbekannten Aktionär konfrontiert sein, an den die Aktien im Fall einer Nachschussforderung fallen können, so Analyst Iwan Manajenko von „Weles Capital“.

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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