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Der Smolny entdeckt die Freuden des Fahrradfahrens – 1 Million Euro für die Planung ausgelobt.

Von   /  5. Oktober 2011  /  Keine Kommentare

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mm – Um in Sankt Petersburg ein „Velozepedist“, also Fahrradfahrer zu sein, gehört eine ordentliche Portion Masochismuss.  6 Monate Schnee und Eis, Autofahrer die ein Fahrrad auf der Strasse entweder als persönliche Beleidigung empfinden oder alternativ bei der Begegnung im öffentlichen Raum mit Panik reagieren, Verkehrspolizisten und Fussgänger welche das Fahren auf den breiten, durchaus dafür geeigneten Bürgersteigen als Verkehrsverstoss anssehen, und das alles gepaart mit einem offiziellen Fahrradwegenetz für die knapp 5 Millionen Einwohner, welches „gefühlte“ 0 km lang ist.

Die Zahl der Aktivisten auf Zweirädern wuchs sich in den letzten 10 Jahren dennoch zu einer stattlichen Fahrrad-Bewegung aus. Zur Freude dieser stetig wachsenden Gemeinde von Fahrradfahrern beginnt die neue Stadtregierung unter dem neuen Gouverneur Grigorij Poltawtschenko Pläne zur Erstellung und Erweiterung des Fahrradwegenetzes zu schmieden.

Wegeplanung – diesemal streng Wissenschaftlich und auch für Fahrten zum Arbeitsplatz

Das zuständige Komitee für Transport- und Transitpolitik schreibt nun auf der staatlichen Ausschreibungswebseite einen Wettbewerb für die Erstellung des Planungskonzepts Fahradwege aus.
Das Konzept zur „Föderung des Fahrradverkehrs in Sankt-Petersburg“ hat zum ersten mal nicht nur gesundheitliche und sportpolitische Ziele sondern soll konkret Fahrradwege ermitteln welche „zum sicheren Befahren zur Arbeit“ geeignet sind.

In das Konzept soll die Erfahrung aus Ländern und Städten einfliessen, in welchen es zum guten Ton gehört, das auch Top-Manager* und Politiker gemeinsam mit normalen Bürgern auf dem Fahrrad zum Arbeitsplatz pendeln.
Das Konzept muss dannach durch eine Umfrage unter den Bürgern darauf geprüft werden, welches Verkehrsaufkommen auf den Strecken zu erwarten ist. Da die potentiell fahradfahrenden Bürger nicht so leicht zu identifizieren sind soll diese Umfrage im Internet durchgeführt werden. Die Umfragen sollen auf den 5 beliebtesten Webseiten zum Thema in der Stadt publiziert werden.

Sind die populärsten Reiserouten ermittelt, werden die Radwege dazu geplant. Vermutlich werden diese zu Beginn entlang der aktuellen Hauptverkehrsachsen im Zentrum und aus dem Zentrum in die Vororte liegen.

Moderne Fahrradparkplätze

Neben den Radwegen sind auch geignete Abstellmöglichkeiten and den zentralen Plätzen in der Stadt zum Bau vorgsehen. Angedacht wird auch die Möglichkeit Fahrräder in Parkhäuser unterzubringen. Da die Brüger es nicht wagen Fahrräder auf der Strasse abzustellen, nehmen sie diese zu Hause mit in die Wohnung und am Arbeitsplatz mit ins Büro. Die Frage der geeigneten Abstell- und Fahrradparkplätze ist someit eine der wichtigsten um den Benutzung des Fahrrads zu fördern.

Neue Vorschriften und Regeln für die Bewirtschaftung werden benötigt

Die Stadtregierung im Smolny überlegt auch die juristischen Rahmenbedingungen für die Fahrradfahrer zu optimieren. Im Besonderen die Voraussetzungen zur Schneeräumung im Winter. Für die ausgeschriebende Studie hat die Stadt insgesamt ein Budget von 4.2 Millionen Rubel (ca. 1 Million Euro). Der Neue Gouverneur scherzte zwar das er als bekennender Fahrradfaherer selbst auf die Drahtesel umsteigt, aber das er dem Projekt sehr positiv gegenübersteht.

*In Ländern wie der Schweiz Deutschland oder den Niederlanden fahren selbst höchste Politiker und Parlamentäre mit Ihren Leibwächtern auf dem Fahrrad zur Arbeit. Spötter in den Foren behaupten es werden bereits Fahrräder mit „Blaulichtern“ für die Oberen 10.000 gebaut.

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Text: Markus Müller
Photo: euro.com.ua

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