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Der Petersburger Silberschatz ist 189 Millionen Rubel wert

Von   /  23. Dezember 2013  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Der Wert des Silberschatzes der Familie Naryschkin-Trubetzki, der 2012 bei Bauarbeiten in einem Haus im Zentrum Petersburgs gefunden wurde, ist auf 189 Millionen Rubel (umgerechnet 4,2 Millionen Euro) geschätzt worden.

Während anderthalb Jahren nahmen Experten die über 2000 Gegenstände aus Silber unter die Lupe, die zum grössten Teil das Wappen der Familie Naryschkin tragen. Ein wesentlicher Teil des Silbers stammt aus dem Ausland, vornehmlich aus Frankreich. Wie ausserdem festgestellt werden konnte, erstand die Familie das Silber direkt im Ausland, importierte es und liess es von russischen Silberschmieden umarbeiten.

Es sind aber auch grosse Partien aus russischen Häusern dabei, zum Beispiel ein 540-teiliges Silbergeschirr der Firma Sasikow, das mit typisch russischen Ornamenten verziert ist. Es ist der bisher grösste Komplekt dieser Firma, der nach den Plündereien nach Revolution, Bürgerkrieg und dem Zweiten Weltkrieg in Russland gefunden wurde.

Das Werte-Spektrum der einzelnen Fundstücke ist sehr breit. So wurde ein Silberkamm mit abgebrochenen Zähnen auf den kleinsten Wert von 500 Rubel (11 Euro)geschätzt,  zwei 15 Kilo schwere Kandelaber aus massivem Silber hingegen auf 2,2 Millionen Rubel (49.000 Euro). Nur bei einigen wenigen Stücken des Schatzes konnten trotz aller Anstrengungen die Herkunft nicht ermittelt werden.

Würde man die gefundenen Gegenstände einzeln bewerten, so betrüge der effektive Wert des Silberfundes rund 42 Millionen Rubel. Aber da der Schatz als geschlossene Kollektion bezeichnet werden kann und er viele Raritäten enthält, ist er um vieles mehr wert.

Wie die „Newskoe Vremia“ schreibt, wird die Hälfte des Wertes als Entschädigung in gleichen Teilen an den Eigentümer des Hauses und an die Nachkommen der emigrierten Eigentümerfamilie ausbezahlt. Die Bauarbeiter, die das Silber entdeckt hatten, erhalten keinen Finderlohn, weil man sie damals dabei ertappte, als sie einen Teil davon als „Bauschutt“ getarnt beiseite schaffen wollten.

Der Schatz war am 28. März 2012 in einem Geheimfach zwischen dem zweiten und dritten Stockwerk in der ehemaligen Villa des Fürsten Wassili Naryschkin an der Uliza Tschaikowskovo 29 gefunden worden. Die Silbergegenstände waren in Zeitungen von 1917 eingewickelt, woraus geschlossen wurde, dass die Familie den Silberschatz kurz vor dem Machtantritt der Bolschewiki 1917 versteckt und Russland darauf verlassen hatte.

An der Stelle der Naryschkin-Villa hatten sich früher zwei Häuser befunden, von denen das eine Abram Gannibal, dem Urgroßvater des berühmten russischen Dichters Alexander Puschkin gehörte. 1832 wurden die beiden Bauten zusammengelegt und später vom Baumeister Robert Gödicke zu einer Villa für den Fürsten Wassili Naryschkin umgebaut.

Dank dem Fund wird die Wissensbasis für den Kunstmarkt im 19. Jahrhundert wesentlich vergrössert. Ausserdem lässt er neue Schlüsse über die Lebensgewohnheiten und den Geschmack der russischen Aristokratie zu. Die Sammlung wird heute im Konstantinspalast in Strelna aufbewahrt und ein Teil davon in einer Ausstellung präsentiert. (eva)

Bild: Alexei Danitschew/ Ria Novosti

www.nvspb.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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