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Der Frauentag ist mehr als ein „Blumentag“ – was „Mann“ darüber wissen sollte

Von   /  10. März 2014  /  Keine Kommentare

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eva.- Dass „Mann“ den Frauen am 8. März Blumen und Aufmerksamkeit schenkt und ihnen zu ihrem Festtag gratuliert, ist in Russland noch 20 Jahre nach dem Ende der Sowjetunion „Gesetz“ (siehe Fotogalerie). Wer von den Frauen am Abend vor dem Freitag an der Arbeit nicht mindestens einen Blumenstrauss geschenkt bekommt, hat wirklich Pech gehabt. Doch weder Schenker noch Beschenkte haben oft nicht die leiseste Ahnung, woher der Frauentag kommt, was er bedeutet, und wer die „Drahtzieherinnen“ dieses Festtags der Emanzipation waren. Hier ein kleiner Schnellkurs mit Auszügen aus Dossiers von Wikipedia:

Der Frauentag am 8. März

Die deutsche Sozialistin Clara Zetkin schlug auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz am 27. August 1910 in Kopenhagen die Einführung eines internationalen Frauentages vor, ohne jedoch ein bestimmtes Datum zu favorisieren. Die Idee dazu kam aus den USA. Dort hatten Frauen der Sozialistischen Partei Amerikas (SPA) 1908 ein Nationales Frauenkomitee gegründet, welches beschloss, einen besonderen nationalen Kampftag für das Frauenstimmrecht zu initiieren.

Während die US-Amerikanerin May Wood-Simons die Idee zu einem solchen Tag nach Kopenhagen brachte, waren es die deutschen Sozialistinnen Clara Zetkin und Käte Duncker, die sich auf dem Treffen in Kopenhagen für den Frauentag einsetzten und den Beschluss forcierten. Das alles beherrschende Thema der ersten Jahre war die Forderung nach dem freien, geheimen und gleichen Frauenwahlrecht.

Der erste Frauentag wurde dann am 19. März 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz gefeiert. Mit der Wahl des Datums sollte der revolutionäre Charakter des Frauentags hervorgehoben werden, denn der Vortag, der 18. März, war der Gedenktag für die Gefallenen während der Märzrevolution 1848. Außerdem hatte auch die Pariser Kommune 1871 im März begonnen.

Doch erst 1917 wurde der 8. März als Frauentag festgelegt. Am 8. März 1917 – nach dem damals in Russland verwendeten julianischen Kalender der 23. Februar – streikten in Sankt Petersburg die Arbeiter- und Soldatenfrauen und erstmals auch Bauernfrauen der armen Stadtviertel auf der Wyborger Seite und lösten damit die Februarrevolution aus. Zu Ehren der Rolle der Frauen in der Revolution wurde auf der Zweiten Internationalen Konferenz kommunistischer Frauen 1921 in Moskau auf Vorschlag der bulgarischen Delegation der 8. März als internationaler Gedenktag eingeführt.

Der ausführliche Artikel bei Wikipedia >>>

Clara Zetkin

Clara Josephine Zetkin, geb. Eißner (* 5. Juli 1857 in Wiederau, Amtshauptmannschaft Rochlitz, Königreich Sachsen; † 20. Juni 1933 in Archangelskoje, Oblast Moskau, Sowjetunion), war eine sozialistische deutsche Politikerin, Friedensaktivistin und Frauenrechtlerin. Sie war bis 1917 aktiv in der SPD und in dieser Partei eine markante Vertreterin der revolutionär-marxistischen Fraktion. 1917 schloss sie sich der SPD-Abspaltung USPD an. In der USPD gehörte sie zum linken Flügel bzw. zur Spartakusgruppe (1918 umbenannt in Spartakusbund). Danach war sie ein einflussreiches Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Während der Weimarer Republik war sie von 1920 bis 1933 Reichstagsabgeordnete[1] für die KPD und 1932 Alterspräsidentin des Parlaments.

Auf übernationaler Ebene gehörte Zetkin als Beteiligte am Internationalen Arbeiterkongress von 1889 in Paris zu den Gründern der Zweiten Internationale der sozialistischen Arbeiterbewegung. In der Arbeit für die Internationale gilt sie als prägende Initiatorin des Internationalen Frauentags. Als Angehörige der Zentrale bzw. des später als Zentralkomitee bezeichneten Vorstandsgremiums der KPD war sie von 1921 bis 1933 Mitglied im Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale (EKKI), wo sie in ihren letzten Lebensjahren zur Minderheit der Kritiker der letztlich von Stalin vorgegebenen Sozialfaschismusthese gehörte.

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Rosa Luxemburg

Rosa Luxemburg (* 5. März 1871 als Rozalia Luksenburg in Zamość im damaligen Russisch-Polen; † 15. Januar 1919 in Berlin) war eine einflussreiche Vertreterin der europäischen Arbeiterbewegung, des Marxismus, Antimilitarismus und „proletarischen Internationalismus“. Seit 1887 wirkte sie in der polnischen, seit 1898 auch in der deutschen Sozialdemokratie. Dort bekämpfte sie von Beginn an Nationalismus, Opportunismus und Revisionismus, unter anderem in der Leipziger Volkszeitung. Sie trat für Massenstreiks als Mittel sozialpolitischer Veränderungen und zur Kriegsverhinderung ein. Sofort nach Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 gründete sie die „Gruppe Internationale“, aus der der Spartakusbund hervorging. Diesen leitete sie als politische Gefangene zusammen mit Karl Liebknecht durch politische Schriften, in denen sie die Burgfriedenspolitik der SPD analysierte und verurteilte.

Sie bejahte Lenins Oktoberrevolution, kritisierte aber zugleich die Parteidiktatur der Bolschewiki. In der Novemberrevolution versuchte sie als Chefredakteurin der Zeitung Die Rote Fahne in Berlin auf das Zeitgeschehen Einfluss zu nehmen. Als Autorin des Spartakusbund-Programms forderte sie am 14. Dezember 1918 eine Räterepublik und Entmachtung des Militärs. Anfang 1919 gründete sie die Kommunistische Partei Deutschlands mit, die ihr Programm annahm, aber die von ihr geforderte Teilnahme an den bevorstehenden Parlamentswahlen ablehnte. Nachdem der folgende Spartakusaufstand niedergeschlagen worden war, wurde sie zusammen mit Karl Liebknecht von Angehörigen der Garde-Kavallerie-Schützen-Division ermordet. Rosa Luxemburg wird international auch von manchen politischen Gegnern geachtet. Ihre Positionen werden weiterhin diskutiert und interpretiert. Von ihr stammt das häufig verwendete Zitat: „Die Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden.“

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Nadeschda Krupskaja

Nadeschda Konstantinowna Krupskaja (russisch Надежда Константиновна Крупская, wiss. Transliteration Nadežda Konstantinovna Krupskaja; * 14. Februarjul./ 26. Februar 1869greg. in Sankt Petersburg; † 27. Februar 1939 in Moskau) war eine russische Politikerin, Revolutionärin, Pädagogin sowie Ehefrau und Kampfgefährtin Lenins. Nadeschda Krupskaja wurde als Tochter einer Lehrerin und des adligen Offiziers Konstantin Ignatjewitsch Krupski in Sankt Petersburg geboren. Sie besuchte das Gymnasium und absolvierte im Anschluss eine Ausbildung zur Lehrerin. Sie unterrichtete Arbeiter in einem marxistischen Studentenzirkel in Sankt Petersburg, als sie 1894 Wladimir Iljitsch Uljanow, den späteren Lenin kennenlernte, der dort als Jurist in der Rechtsanwaltskanzlei M. F. Wolkenstein tätig war.

Sie besuchten gemeinsam politische Veranstaltungen und verstanden sich auf Anhieb. 1896 wurde sie wegen „verbotener Agitation“ zu einer zweijährigen Gefängnisstrafe verurteilt, von der sie sechs Monate verbüßen musste und an die sich eine dreijährige Verbannung anschloss. Ihr Bestimmungsort war das klimatisch ungünstige Ufa. Sie beantragte, ihre Verbannungszeit als „Braut“ Uljanows in Schuschenskoje verbringen zu dürfen (schon vor Lenins Abreise nach Sibirien hatte sie sich zur Ehe erboten, Lenin hatte abgelehnt); dem Antrag wurde stattgegeben, mit der Auflage, Nadeschda Krupskajas Eheschließung mit Uljanow müsse „unverzüglich“ erfolgen, und nach Ablauf seiner Verbannung habe sie alleine nach Ufa zu gehen. Zusammen mit ihrer Mutter Jelisaweta Wassiljewna Krupskaja reiste die junge Frau nach Sibirien; die Mutter Jelisaweta sollte ein Leben lang mit dem späteren Ehepaar zusammenleben.

Nach der kirchlichen Eheschließung 1898 verbrachte die Familie die Verbannungszeit in Schuschenskoje. Die Verbannten erhielten eine finanzielle Unterstützung von der Regierung in Höhe von 17 Kopeken täglich und stellten ein sechzehnjähriges Dienstmädchen namens Pascha Jaschenko ein. Während der Verbannung schrieben sie Entwicklung des Kapitals in Russland. Nadeschda Krupskaja stellte in Schuschenskoje die Schrift „Die arbeitende Frau“ („Женщина – работница“) fertig, die 1901 erstmals in München gedruckt wurde. 1906 wurde die Schrift in einer Auflage von 20.000 Exemplaren nachgedruckt und kostenlos an weibliche Angestellte und Arbeiterinnen verteilt.

Nach dem Ende ihrer Verbannungszeit folgte Nadeschda Krupskaja Uljanow, der sich von da an Lenin nannte, mit ihrer Mutter nach München. Gemeinsam gaben sie die Zeitschrift Iskra heraus und kämpften für den Aufbau der Partei. Dabei ersetzte die Krupskaja ein ganzes Sekretariat und ein Organisationsbüro. Sie übernahm die gesamte Korrespondenz, die für den Aufbau der revolutionären Bewegung in Russland geführt werden musste. Ihre Sprachkenntnisse – sie beherrschte Deutsch, Französisch, Englisch und Polnisch – erwiesen sich im langjährigen Exil in Deutschland, der Schweiz, Frankreich und Polen als unverzichtbar.

Nach der Oktoberrevolution 1917 baute Nadeschda Krupskaja das sozialistische Schulwesen und Erziehungssystem auf. Sie und Lenin sahen einander in dieser Zeit nur noch selten. Von 1921 an unterrichtete sie an der Akademie für politische Bildung, und nach Lenins Tod im Jahre 1924 nahm sie an seiner Stelle an Kongressen teil und empfing Auszeichnungen der Partei (KPdSU) stellvertretend für ihren verstorbenen Gatten. Ihr Versuch, Stalin von der Machtübernahme abzuhalten, führte zu ihrer politischen Isolation. Dennoch erhielt sie 1929 den Posten des stellvertretenden Volksbildungskommissars. Nadeschda Krupskaja starb am 27. Februar 1939 im Alter von 70 Jahren, ihre Urne wurde in der Moskauer Kremlmauer beigesetzt. In der früheren DDR wurde der Name der Weggefährtin Lenins gerne zur Benennung öffentlicher Einrichtungen genutzt.

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Bilder: Eugen von Arb/ SPB-Herold

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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