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Der amerikanische „Bankenkrieg“ zeigt seine ersten Folgen in Russland

Von   /  22. März 2014  /  1 Kommentar

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TOPTICKER.- Nach der Einfrierung des Kapitals der Bank „Rossia“ in den USA haben Mastercard und Visa den Zahlungsservice für drei russische Banken eingestellt – Bank „Rossia“, SMP-Bank, und Sobinbank. Betroffen sind in erster Linie Mitarbeiter mehrerer Fernsehkanäle und anderer Medien, sowie Staatsangestellte. Die russische Regierung will sich mit einem eigenen Kartensystem unabhängig machen.

Wie Fontanka.ru herausfand, meldeten in St. Petersburg zahlreiche Mitarbeiter des ersten und fünften Fernsehkanals, der Kanäle „St. Petersburg“ und „100TV“ Schwierigkeiten bei Zahlungen per Kreditkarte und per Internet. Auch bei den Geldautomaten wurden Probleme gemeldet, obschon die Banken dies bestreiten. Auch die Angestellten der Baltischen Mediengruppe, zu der die Internetzeitung „Baltinfo“, die Zeitung „Vetscherni Petersburg“ und „Radio Baltika“ gehören, melden Probleme.

Die drei betroffenen Banken haben auch eine Grosszahl von Kunden in Moskau – darunter  auch die Nationale Mediengruppe, die der Bank „Rossia“ gehört. Im Bestand dieser Gruppe sind neben der oben genannten Kanäle Ren-TV, die Zeitung „Isvestia“, der russische Nachrichtendienst, die Zeitung „Metro“, sowie das Filmstudio „Art-Pictures“.

Staatsbahnen und Post sind Kunden von „Rossia“

Ausserdem unterhalten grosse staatliche und landesweite Firmen, wie zum Beispiel die Staatsbahn RZD sowie die Russische Post, Rosgosstrach, Surgutneftgas und Wimpelcom, Lohnkonten bei „Rossia“. Gemäss Angaben aus dem vergangenen Jahr hat die Bank „Rossia“ 24.000 juristische und 470.000 private Kunden. Ende 2012 hatten rund 1200 Firmen ihre Konten bei der Bank. Auch etwa 150 Angestellte der Direktion für Strassenverkehr bei der Petersburger Stadtregierung bekommen ihr Gehalt auf Konten dieser Bank ausbezahlt.

Ausserdem ist das Komittee für Staatsaufträge betroffen, die Konten bei der SMP-Bank besitzt. Als Kunde der Sobinbank ist nur der optisch-mechanische Konzern LOMO bekannt. Die „Zentrobank“ hat mittlerweile den „Rossia“-Kunden ihre Hilfe angeboten. Moralisch hat auch Präsident Putin seine Unterstützung angekündigt. An einer Sitzung gab er bekannt, bei der Bank „Rossia“ ein Konto eröffnen zu wollen.

Rund 85 Prozent aller russischer Karten von Visa oder Mastercard bedient

Die Bank „Rossia“ hat rund zehn Prozent ihres Geldes bei ausländischen Banken wie J.P. Morgan, Bank of New York und The Bank NA, sowie bei der Raiffeisenbank und der Commerzbank deponiert.
Viel härter als die Blockierung der Guthaben im Ausland könnten die amerikanischen Sanktionen die russische Wirtschaft bei der Abwicklung von internationalen Geschäften in Dollar treffen, die über die USA laufen. Betroffen könnte dabei zum Beispiel der Energiekonzern Surgutneftgas sein, der seinen Auslandhandel mit Dollar betreibt.

Im Gegenzug zu den US-Sanktionen hat die russische Regierung bereits angekündigt, ein eigenes Zahlungssystem nach dem Vorbild des chinesischen UnionPay zu organisieren. Diese Idee entstand bereits während der Präsidentschaft von Präsident Medwedew und lässt sich angeblich innerhalb einiger Monate umsetzen. Damit will man sich aus der Abhängigkeit von Visa und Mastercard befreien, die bisher 85 Prozent aller russischer Karteninhaber bedienen. (eva)

Bild: www.abr.ru

www.fontanka.ru

www.newsru.com

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. Remo sagt:

    Die USA führen auch gegen die Schweiz Wirtschaftskrieg, allerdings unter anderen Vorwänden.
    Während die USA ein Steuerparadies im eigenen Land betreiben, in welchem man sogar anonym Bankkonten eröffnen kann und anonym Firmen gründen kann (Delaware), wird gegen die Schweiz, welche das strengste Geldwäschereigesetz der Welt hat (inzwischen…) weiterhin gehetzt. Die USA haben soviele „Offhore“-Steueroasen und selbst im eigenen Land Zustände (z. B. Delaware), die in der Schweiz völlig undenkbar wären.

    Aber auf die erfolgreiche und freiheitliche Schweiz wird eingeschlagen. Doppelmoral läßt grüßen: http://bankgeheimnis-schweiz.ch/?Bankgeheimnis_Schweiz:28.III.2009_-_Unversch%E4mt%21_-_13.000_neue_Firmen_j%E4hrlich_im_US-Steuerparadies_Delaware

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