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Deponie „Krasny Bor“ gerät wegen mutmasslischer Gewässerverschmutzung und verschwundener Gelder ins schiefe Licht

Von   /  21. März 2016  /  Keine Kommentare

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eva.- Die berüchtigte Deponie „Krasny Bor“ im Leningrader Gebiet bei St. Petersburg ist wegen des Verschweigens von Informationen über den Ausfluss giftiger Abwässer und dem Verschwinden grosser Geldsummen in die Schlagzeilen geraten. Staatliche Behörden und Umweltaktivisten untersuchen die Umgebung der Deponie und die umliegenden Gewässer, die teilweise in die Newa münden.

Die Umweltaktivisten sprechen von insgesamt zwei Dammbrüchen, durch die am 10. und 13. März rund 100 Kubikmeter toxische Abwässer in das Flüsschen Bolschoi Ischorez geraten sein sollen, das in die Newa mündet. Die staatliche Umweltbehörde Rosprirodnadsor erfuhr davon aus den Medien und hat bereits ein Verfahren gegen die Deponie-Leitung wegen des Verschweigens des Unfalls wegen Umweltverschmutzung eingeleitet. Allerdings sind die Geldstrafen im Fall einer Verurteilung sehr klein.

Wie die Leitung der Deponie bekannt gab, ist die Situation unter Kontrolle. Die Senkung des Pegels im Deponiebeckens sei als reine Sicherheitsmassnahme im Beisein von Umweltspezialisten vorgenommen worden, schreibt das Nachrichtenportal 47news.ru.

Auditfirma stellte Mängel fest

Wie Fontanka.ru berichtet, gerieten die Betreiber der Deponie mittlerweile auch wegen des gescheiterten Baus einer Fabrik für die umweltgerechte Entsorgung von Giftstoffen ins schiefe Licht. Seit den Neunzigerjahren war der Aufbau einer Versuchsanlage im Gang. Dafür wurden auf dem Deponie-Gelände zwei Gebäude errichtet, die inzwischen aber schon wieder am Zerfallen sind.

Für die Anlage wurden zwischen 1,5 und 2,8 Milliarden Rubel aufgewendet, von denen rund 870 Millionen ohne Abrechnung „verschwunden“ sind. Dies stellte eine Audit-Firma während einer Überprüfung im vergangenen Herbst fest.

Rückzug der Regierung aus Entsorgungsprojekt

Die Anlage war ursprünglich auf Anregung der finnischen Regierung projektiert worden, die sich wegen der drohenden Vergiftung der Ostsee durch die Deponie Sorgen machte. Im letzten November gab jedoch der Petersburger Vizegouverneur Igor Diwinsky, der den Betrieb der Deponie betreut hatte, den Rückzug der Regierung aus dem Projekt bekannt. Statt der Entsorgung will man die Abfälle auf dem Gelände vergraben und „konservieren“.

Auf der Deponie sollen rund zwei Millionen Tonnen Giftmüll gelagert sein. „Krasny Bor“ geriet bereits mehrmals wegen Bränden und der Bedrohung des Grundwassers in die Kritik von Umweltschützern. Sie hatten schon im Februar wegen des drohenden Ausflusses von Giftstoffen mit dem Schmelzwasser Alarm geschlagen.

Bild: www.greenpeace.org

www.fontanka.ru

www.47news.ru

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Schmelzwasser macht Deponie “Krasny Bor” zur giftigen Zeitbombe

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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