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Das Rogow-Haus „wegen Einsturzgefahr“ endgültig abgerissen

Von   /  29. August 2012  /  1 Kommentar

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Von Anna Smoljarowa

Am Sonntag wurde das Haus des Kaufmanns Rogow – ein historisches Denkmal der Puschkin-Epoche – praktisch zerstört. Nachdem es die Baufirma „Prestige LLC“ vor zwei Jahren bereits durch einen widerrechtlichen Abrissversuch stark beschädigt hatte, hat sie es jetzt unter dem Vorwand, es gefährde die Passanten, endgültig abgerissen.

Schon seit mehr als fünf Jahren führen die Aktivisten – „Stadtschützer“ –  den Kampf um Erhaltung des historischen Gebäudes.  Das Klassizismus-Denkmal „Rogow-Haus“ wurde am Anfang des XIX. Jahrhundert an der Ecke Zagorodnij Prospekt – Scherbakow-Straße gebaut. Am 26. August wurde es unter dem Vorwand der “Unfallverhütung” abgebrochen.

Nicht einmal der Angeordnete im Stadtsparlament Boris Wischnewskij, die Chefin des Zentral-Bezirks Maria Scherbakowa, Aktivisten aus der Organistaion „Lebendige Stadt“ und der berühmte Regisseur und Mitglied im Rat zur Erhaltung des Kulturerbes Alexander Sokurow konnten die Mitarbeiter der Abrissfirma „Springald“ von ihrem Vorhaben abhalten.

Eigenmächtiger Abriss wird kaum Folgen haben

„Die Stadtschützer“ forderten von den„Springald“-Arbeitern die Abriss-Genehmigung, doch sie hatten keine Chance. Für die Baufirma wird der Schritt ausser einer lächerlichen Busse kaum Folgen haben, denn das Haus steht nicht auf der Liste der Kulturerbe-Objekte. Immerhin wäre es laut dem Gesetz №820-7 “über die Grenzen der Kulturerbe-Schutzzonen in Sankt-Petersburg” geschützt – doch das erwies sich als Papiertiger.

Ein Vertreter des Petersburger Bauinspektorats kam gegen 18 Uhr zum Schauplatz und fand nur noch eine Hausfassade vor. Er befahl den Arbeitern, den Abriss zu stoppen und verlangte von den Firmenvertretern, am Monntag in die Staatsbauinspektion zu kommen. Am 27. August liess der Direktor von „Springald LLC“ Vitalij NIkiforowskij verlauten, dass bereits fünf technische Expertisen, darunter eine von der staatlichen Kontrollbehörde, bestätigt hätten, dass dieses Gebaude baufällig sei. Der Deformationsprozess sei nun so stark fortgeschritten, dass das Haus hätte einstürzen können.

Schon 2010 schwer beschädigt

Verschwiegen wurde dabei, dass das Rogow-Haus im Februar 2010 um ein Haar heimlich und ohne Erlaubnis abgerissen worden wäre. Nur eine Besetzung durch Aktivisten verhinderte dies – das Gebäude wurde jedoch stark beschädigt. Die Bauinspektion meint, dass in dieser Situation „der Bauherr für die Risiken der Beschädigung verantwortlich ist“, doch sie wird erst die von „Prestige LLC“ erhaltenen Papiere prüfen: „die Entscheidung über die Rechtmäßigkeit des Abbruchs  sind noch nicht gezogen“.

Bild: Luisa Schulz/SPB-Herold

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Neuer Abriss-Skandal – Denkmalschützer, freiwillige Aktivisten und die Polizei “verteidigen” das Rogow-Haus

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. Hoffmann sagt:

    San Petersburgo, Rusia libro de historia .
    Wir sind mit dabei . Wir lieben Russland .

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