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Das Neujahrsfest verliert an Bedeutung im postsowjetischen Raum

Von   /  13. Januar 2014  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Zu Sowjetzeiten wurde das Neujahrsfest als der wichtigste Feiertag angesehen. Nach dem Zerfall der Sowjetunion haben sich viele Bräuche in den früheren Sowjetrepubliken gewandelt, schreibt die Zeitung „Moskowski Komsomolez“. Einige Länder wollen das Neujahrsfest beschränken, in anderen hat mittlerweile das Weihnachtsfest an Bedeutung gewonnen.

In islamischen Ländern hat das Fest zum Jahreswechsel an Bedeutung verloren. So hat die Islamische Partei Aserbaidschans gefordert, die Neujahrsfeierlichkeiten zu verbieten, weil der 31. Dezember in diesem Jahr auf den Todestag des Propheten Mohammed fällt. Von der Verwaltung der kaukasischen Muslime gab es bislang noch keine Reaktion auf den Aufruf.

Ähnliche Meldungen kamen auch aus Tadschikistan. TV-Sendern soll untersagt worden sein, Ded Moros (Väterchen Frost) und seine Enkelin Snegurotschka zu zeigen. Laut den tadschikischen Behörden haben diese Gestalten, genauso wie der Neujahrsbaum, mit den nationalen Traditionen nichts zu tun. Dabei ergab eine Umfrage, dass 82 Prozent der Tadschiken den Rutsch ins neue Jahr feiern werden. Nur zwei Prozent derjenigen, die keine Feierlichkeiten planen, sagten, dass es den islamischen Traditionen widerspreche.

Sowjetisches und islamisches Neujahr konkurrenzieren

In Sowjetzeiten waren die Neujahrsfeierlichkeiten in Tadschikistan sehr verbreitet. In den vergangenen Jahren hieß es zunehmend, dass Muslime lieber Nouruz feiern sollten. In Aserbaidschan und Tadschikistan entfällt der islamische Feiertag auf den 21. März.

In den baltischen Ländern ist die Situation um das Neujahrsfest zweideutig: In Litauen wurde Silvester jahrzehntelang als großes Ereignis zelebriert. Nach der Auflösung der Sowjetunion kam es jedoch zum Wandel: Der Staatschef wendet sich nicht zu Silvester, sondern zu Weihnachten an die Litauer. Der 1. Januar ist jetzt nur ein zusätzlicher Ruhetag und kein Festtag mehr. In Estland bevorzugen die ethnischen Russen das Neujahrsfest, die Esten aber Weihnachten. (rian)

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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