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Das Eis steht still und schweiget – an Petersburgs Dächern wachsen die Eiszapfen

Von   /  15. Dezember 2010  /  1 Kommentar

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eva.- Nachdem die erste Schneewelle bewältigt schien, sorgte das Tief “Monika” für neue riesige Schneeberge und lange Eiszapfen an den Dächern. Die Räumdienste sind diesen Schneemengen trotz verbesserter Ausrüstung und Organisation ganz offensichtlich nicht gewachsen. Wie im vergangenen Jahr haben darunter vor allem die Fussgänger zu leiden, die sich vielerorts über verschneite Trampelpfade und Eisblasen fortbewegen müssen.


An Rekordtagen passierten laut Fontanka.ru über 120 Auto-Unfälle wegen Schnee und Glatteis auf Petersburgs Strassen und 47 Mal wurde der Notarzt wegen Stürzen von Passanten aufgerufen. Gewachsen sind nicht nur die Schneeberge, sondern auch die Eiszapfen – diese Gefährliche Pracht hat in den letzten Tagen vier Mal für Verletzte gesorgt. Im schwersten Fall wurde ein Kleinkind am Auge verletzt. Ein Mann und eine Frau verletzten sich beim Sturz von Dächern, die sie von Schnee und Eis befreiten.

Wundermittel gegen Eiszapfen: Wärme-Isolation

Wie schon im letzten Jahr suchte man nach einem Gegenmittel gegen das Eis an den Dächern. Während der Vorschlag der Gourverneurin, die Eiszapfen per Laserstrahl zu beseitigen längst als Witz die Runde macht, wurde eine wesentlich realistischere, billigere und nachhaltigere Lösung gefunden. Die “Firma Baltek SPB” erhielt den mit einer Million Rubel dotierten Preis für ihre Isolationswolle. Wie in den meisten westeuropäischen bereits üblich, sollen die Dächer und Dachstühle mit diesem Material wärmeisoliert werden. Dadurch wird die Dachregion kalt und trocken gehalten, und die Eiszapfen entstehen gar nicht.

Neben ihrer Bedrohung sieht man die Eiszapfen aber auch als winterlichen Schmuck. Die Nachrichtenseite Fontanka.ru sammelt Bilder der schönsten, grössten und längsten Eiszapfen >>>

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. mm sagt:

    So romatisch die gefährlichen Eiszapfen aussehen, so sicher sind sie ein Zeichen einer grandiosen Energieverschwendung.

    Erst vor Kurzem macht mich ein Freund darauf aufmerksam nachdem er die Massnahmen seiner Hausgemeinschaft erzählte. In St. Petersburg sind die Dächer mit einfachem Stahlblechbeschlagen, bestenfalls hin und wieder mit etwas Farbe verschönert. Die Dachstühle sind als sonst ungenutze Räume mit Schutt zugemüllt und kreuz und quer mit Heitzungsleitungen verstellt. Falls diese jemals isoliert waren so ist meist nichts mehr davon übrig.

    Der Effekt – die Dachstühle sind prächtig geheizt und der Schnee obendrauf schmilzt gemütlich vor sich hin, das Schmelzwasser fliest an den Rand und es wachsen die Eiszapfen in rasendem Tempo.

    Abhilfe schaffen sich die Hausbehwohner, seltener die zuständigen Shil-Kontore (ЖК), sofern sie es sich leisten wollen nur durch hochmoderne Isolierung des Dachbodens gegen die Wärme welche aus dem Haus durch die oberste Decke dringt und die professionelle Isolierung aller Leitungen welche oben in den Freien Raum ragen.

    Dazu am besten noch eine gute Lüftung damit die Temperatur unterm Dach der Temperatur obendrauf angeglichen ist. Nur so lassen sie die tonnenschwere Eisblöcke verhindern, denn wo nichts schmilzt gibts auch keine Eiszapfen.

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