Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Aktuell  >  Aktuelle Artikel

Das Baltikum sagt sich los vom russischen Gas

Von   /  28. Oktober 2014  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

TOPTICKER.- Im litauischen Hafen Klaipeda lief am 27. Oktober der Erdgastanker „Independence“ ein. Sein Name ist in diesem Fall ein wirkliches Zeichen, denn der kleine baltische Staat und mit ihm die gesamte Region will sich durch norwegisches Gas aus der energetischen Abhängigkeit von Russland zu befreien.

Eine hochrangige Delegation mit Diplomaten und Abgeordneten aus Norwegen, Finnland, Schweden, den USA, sowie aus den Nachbarländern Lettland und Estland begrüsste das Schiff am Pier, das von Wachschiffen der litauischen Armee eskortiert wurde. Von litauischer Seite waren die Präsidentin Dalja Gribauskaite sowie Premier Algirdas Butkjavitschus anwesend. „Endlich sind wir ein energetisch unabhängiges Land!“ Meinte die Präsident bei der Begrüssung. Nun könne niemand mehr Litauen erpressen oder es zwingen, einen politischen Preis für die Rohstoffsicherheit zu zahlen – gemeint war damit natürlich Russland.

Das Schiff wurde für zehn Jahre gemietet und soll während dieser Dauer norwegisches Gas von Statoil nach Litauen bringen. Auch mit dem Energielieferanten wurde ein Vertrag über fünf Jahre im Wert von 2,5 bis drei Milliarden Lit abgeschlossen. Gleichzeitig soll im kommenden Jahr im Hafen von Klaipeda ein Gasterminal fertiggestellt werden. Er wird der erste seiner Art sein, und mit seiner Hilfe können auch die übrigen Regionen des Baltikums mit Gas versorg werden.

90 Prozent des Bedarfs gedeckt

Dank des Terminals können in Zukunft jährlich vier Milliarden Kubikmeter Gas eingeführt und rund 90 Prozent des Erdgas-Bedarfs der baltischen Staaten abgedeckt werden. Damit wird auch das bisherige Monopol des halbstaatlichen russischen Energiekonzerns Gazproms gebrochen, mit dem noch ein langfristiger Vertrag bis 2015 in Kraft ist. Bis dahin will Litauen nur rund einen Viertel seines Bedarfs mit dem eingeführten Gas aus Norwegen decken.

Als Objekt von strategischer Wichtigkeit werden Tanker und Terminal von einer 50-köpfigen Mannschaft rund um die Uhr bewacht werden, und die litauische Energiegesellschaft Klaipedos Nafta hat dazu einen Vertrag mit der Gesellschaft für öffentliche Sicherheit unterzeichnet. Die Gesellschaft ist staatlich, und nimmt auch andere Wachaufträge im Land wahr und beteiligt sich an Uno-Missionen.

Bild: wwwprezidentas.lt/Robertas Dackus

www..dv.ee

Weitere Neuigkeiten finden Sie auf unserem Nachrichtenticker >>>

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Gazprom senkt Gaspreis für Litauen um ein Fünftel

Litauen strebt Anschluss an polnisches Energiesystem an

[the_ad_placement id=\“single\“]

    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

Frohe Feste und ein tolles 2018!

mehr…