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Coronavirus in St. Petersburg – Masken-Obligatorium steht bevor

Von   /  7. Mai 2020  /  Keine Kommentare

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eva.- Im öffentlichen Verkehr und an der Arbeit sollen sich die PetersburgerInnen mit Schutzmasken und Handschuhen schützen. Am 12. Mai endet offiziell die „arbeitsfreie Zeit“, doch werden die einschränkenden Massnahmen stufenweise und nicht vor Junibeginn abgebaut. Am Siegestag wird es anstelle der traditionellen Massenveranstaltungen eine Luft- und Seeparade geben.

Möglicherweise wird schon in der kommenden Woche ein Masken- und Handschuh-Obligatorium wie in Moskau eingeführt. Dieses Obligatorium gilt in erster Linie für den öffentlichen Verkehr und für Orte mit grossen Menschenansammlungen wie zum Beispiel Supermärkte. Doch auch in Betrieben sollen MitarbeiterInnen Masken und Handschuhe tragen. Mit der Einführung des Obligatoriums sollen an den Metrostationen Automaten für Masken und Desinfektionstücher aufgestellt werden, gab der Petersburger Vizegouverneur Ewgeni Elin bekannt.

Lockerung stufenweise

Die Isolationsmassnahmen werden in St. Petersburg vermutlich bis Anfang Juni verlängert, schreibt Fontanka.ru. Die ersten Lockerungen werden für kleine Geschäfte, Banken und Coiffeursalons in Kraft gesetzt – jedoch nur, wenn es die epidemologische Entwicklung das erlaubt. Laut der Kontrollbehörde Rospotrebnadsor sollen ausserdem sportliche Aktivitäten im Freien und Familienspaziergänge wieder erlaubt werden. Bei allem muss die vorgeschriebene Distanz eingehalten und wenn nötig die Anzahl von Personen eingeschränkt werden.

In einem weiteren Schritt sollen auch grössere Geschäfte wieder arbeiten können und die Bildungseinrichtungen ihre Türen öffnen. Mit der letzten Stufe sollen Parks und grosse Plätze wieder geöffnet werden. Hotels und Restaurants können wieder Gäste empfangen. In kulturellen Institutionen kann ab dem ersten Tag der Lockerungen wieder gearbeitet werden. Zuerst kehrt nur das Personal wieder an die Arbeit zurück, und auch Proben können abgehalten werden. Dann kann auch das Publikum eingelassen werden, wenn auch in einer begrenzten Zahl.

Bierlokal „Karl Friedrich“ polizeilich geschlossen

Wie ungeduldig man im Gastgewerbe eine Lockerung erwartet, zeigt der Fall des Bier-Lokals „Karl Friedrich“ auf der Krestowski-Insel, dessen Leitung das gute Wetter nutzen wollte und am 5./6. Mai seinen Betrieb wieder aufnahm. Dem setzte die Polizei ein Ende und schloss das Restaurant. Dem Besitzer droht eine saftige Geldbusse und die Schliessung des Lokals für drei Monate.

In Petersburg läuft in den kommenden Tagen die Behandlung von Coronavirus-Patienten mit Hilfe von Transfusionen von Blutplasma an, das Antikörper bereits geheilter Personen enthält. Wie der Projektleiter sagte, kommt das Programm nur langsam voran, weil sämtliche Blutspender zuerst untersucht werden und stark genug genug sein müssen, um ihr Blut zu spenden. Das „infizierte“ Blut, das bereits in China und den USA Covid-19-Patienten geholfen hat, wird zuerst für die Heilung schwerer Fälle verwendet. Die Spender erhalten eine Prämie von einigen Tausend Rubel.

Parade zum Siegestag in der Luft und auf dem Wasser

Am 9. Mai, dem 75. Jahrestags des Sieges im Weltkrieg wird es in Petersburg keine traditionelle Truppenparade, kein Umzug des „Ewigen Regiments“ oder andere Massenveranstaltungen geben. Stattdessen werden Luftwaffe und Flotte mit mehr als hundert Flugzeugen, Hubschraubern, sowie mit vier Kriegsschiffen eine Siegesparade veranstalten. Auf der Peter- und Paulsfestung wird ein Ehrensalut geschossen. Trotz der Verschiebung sind in allen Supermärkten die Regale mit Flaggen, Uniformteilen und St.Georgs-Schleifen zur Siegesfeier gefüllt.

In Russland wurden am 5. Mai 2020 offiziell 177000 Virus-Erkrankte verzeichnet, 23803 wurden geheilt, 1676 Personen sind gestorben. In Moskau sind 92676 Menschen erkrankt, 9227 geheilt und 956 Personen gestorben. Petersburg hat bisher 6190 Virus-Kranke, 1552 Geheilte und 44 Todesfälle registriert.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

www.kommersant.ru

www.online812.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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