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Coronavirus in St. Petersburg: Erste Patienten ins Lenexpo-Notspital eingeliefert

Von   /  3. Mai 2020  /  Keine Kommentare

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eva.- In den bereitstehenden Pavillon auf dem Lenexpo-Gelände wurden die ersten leichten Coronavirus-Fälle eingeliefert. Eine Petersburger Kriegsveteranin sammelt Hunderttausende Rubel für den Kampf gegen das Virus. Angesichts der Krise sinken die Mieten und steigen die Flugticket-Preise.

Am 3. Mai wurden die ersten 24 Covid-19-Patienten in den Pavillon Nr. 7 eingeliefert, der zu einem Notspital umfunktioniert worden ist. Wie Fontanka.ru schreibt, handelt es sich dabei um leicht erkrankte Personen, die keine Möglichkeit haben, zuhause die Selbstisolation durchzuführen. Sollte sich ihr Zustand verschlechtern, werden sie in eine der spezialisierten Kliniken eingeliefert.

Der Pavillon wurde für insgesamt 1000 Personen ausgerüstet und verfügt über Modulwände, sowie Isolationsboxen. Bei einer weiteren Zunahme von Patienten stehen zwei weitere Gebäude des Messegeländes für die Aufnahme bereit, meldet die Smolny-Stadtregierung.

Ein 42-jähriger betrunkener Mann attackierte die Brigade einer Ambulanz, die an der Schpalernaja Uliza eine 73-jährige infizierte Rentnerin abholen sollte. Der Mann stiess einen der Ärzte zu Boden und riss ihm die Schutzmaske ab und zerriss seinen Schutzanzug. Mittlerweile wird der Zwischenfall von der Polizei untersucht.

Von Stalingrad bis Berlin an der Front

Die 98-jährige Weltkriegsveteranin Sinaida Kornewa hat mit einer Spendenaktion 500000 Rubel zur Unterstützung russischer Ärzte im Kampf gegen die Pandemie gesammelt. „Zusammen haben wir ’45 den Faschismus besiegt, und jetzt kämpfen wir gemeinsam gegen das Virus.“ Kornewa kam 1942 aus Orenburg nach Stalingrad an die Front, mit der sie als Flak-Soldatin bis nach Berlin kam.

Während der Selbstisolation begann sie damit, ihre Kriegserlebnisse auf Youtube zu veröffentlichen und Geld zu sammeln. Ihr Vorbild war dabei der 100-jährige britische Kriegsveteran Tom Moore, der zu seinem Jubiläum 200 Mal seinen Garten in der Heimquarantäne umrundete und 30 Millionen Pfund für den Kampf gegen Covid-19 sammelte. Zwischen den beiden Veteranen wurde bereits ein Telefongespräch organisiert, und Sinaida Kornewa hat damit begonnen für Tom Socken zu stricken.

220 russische Touristen heimgebracht

Am 2. Mai sind in Pulkowo zwei Flugzeuge aus Indien und Thailand mit insgesamt 220 TouristInnen aus Petersburg und dem Leningrader Gebiet eingetroffen. Nach der Landung wurden sie ärztlich untersucht und zu einer 14-tägigen Selbstisolation verpflichtet. Nach Pulkowo wurden bisher insgesamt 850 „gestrandete“ Auslandstouristen gebracht.

Neben verheerenden Verlusten für Industrie und Gewerbe sorgt die Corona-Krise für andere wirtschaftliche Turbulenzen. So sinken momentan die Mietpreise massiv – in der Hauptstadt Moskau bis zu 15 Prozent. Dazu haben die Immobilienfirmen einen generellen Rückgang im Miet- und Immobiliengeschäft festgestellt.

Im Inland-Flugverkehr, der zur Zeit praktisch still steht, wurde für die Zeit nach dem vorläufigen Ende der Quarantäne im Mai und Juni ein starker Anstieg der Ticketpreise verzeichnet. Die Fluggesellschaften Aeroflot, S7, Uralskie Avialinii und Utair haben die Preise für gewisse Strecken fast verdoppelt. Offenbar wird damit versucht, einen Teil der Riesenverluste im März und April wieder wettzumachen.

In Russland wurden am 3. Mai 2020 offiziell 135000 Virus-Erkrankte verzeichnet, 16639 wurden geheilt, 1280 Personen sind gestorben. In Moskau sind 68606 Menschen erkrankt, 7029 geheilt und 729 Personen gestorben. Petersburg hat bisher 5029 Virus-Kranke, 1061 Geheilte und 34 Todesfälle registriert.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

www.kommersant.ru

www.online812.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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