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Bunte Mischung am Tag der Flotte: Parade, Kirchensegnung, Fussball und Oppositionsdemo

Von   /  1. August 2011  /  3 Kommentare

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eva.- Der Tag der Flotte ging dieses Jahr weitgehend im traditionellen Stil über die Bühne. Zwischen der Leutnant-Schmitt-Brücke und der Schlosbrücke zeigten Marineinfanterie und Spezialeinheiten der russischen Kriegsmarine in einer Kommandoübung ihr Können. Als Kulisse dienten elf Kriegsschiffe, darunter das U-Boot „Petersburg“ und die Fregatte „Jaroslaw Mudri“ – eine aussergewöhnlich grosse Zahl von Schiffen im Vergleich mit anderen Jahren (siehe Fotogalerie unten).


Während der ganzen Zeit wanderte die Bevölkerung entlang des Newaufers, zwischen den Zivilisten waren viele Marineveteranen in blauweissen „Telnjaschki“- Hemden und Matrosenmützen. Viele feierten den Flottentag mit Bier und Wodka, obschon Alkohol an diesem Wochenende nur in Plasikflaschen und Dosen verkauft wurde, um zerschlagene Flaschen zu vermeiden. Konzerte und das Feuerwerk am Sonntagabend beendeten das Fest.

An diesem Sonntag geschah jedoch noch vieles andere  – zum Beispiel versammelten sich bei Gostiny Dwor wie an jedem 31. diverse Oppositionsgruppen, um mit einem „Sitzstreik“ für Versammlungsfreiheit zu demonstrieren. Rund 50 Personen wurden von der Polizei festgenommen und grösstenteils bis am nächsten Tag festgehalten. Zwei Demonstranten beklagten sich über Unwohlsein und wurden hospitalisiert.

Glockenweihe in Kronstadt

In Kronstadt wurden im Lauf einer gross angelegten Prozession die neuen Glocken der Marine-Garnisonskirche geweiht. Metropolit Kyrill, sollte an der Feier teilnehmen, sagte jedoch aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig ab. Neben einer religiösen erhielten die Glocken auch eine militärische Weihe – ein Vorbeimarsch von Matrosen und Marineinfanterie schloss die Zeremonie ab. Die Kirche wird seit Jahren aufwändig renoviert – während der Sowjetzeit befand sich darin ein Museum zur Geschichte Kronstadts.

Am selben Tag spielte Zenit gegen Spartak-Naltschik und gewann mit 1:0. Die Fangemeinde organisierte aus diesem Anlass ihren eigenen „Flottentag“ und vollführte vor der „Strelka“ auf zehn Schiffen mit rund tausend Teilnehmern eine spontane Freudenfahrt. Die Polizei griff nicht ein – möglicherweise war sie zu sehr mit den Demonstranten vor dem Gostiny Dwor beschäftigt.

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

3 Kommentare

  1. realsatire sagt:

    p.s. die Fotoserie ist hinreisend !

  2. realsatire sagt:

    Ich glaube nicht das die Polizei von den Demonstraten vor dem Gostini Dvor abgelengkt waren. Die Zenit Fans nahmen nur Ihr Recht auf Versammlungsfreieheit wahr, und wie am Tag der Fallschirmjäger – so eine Party löst mann als Polizist nur auf, wenn Polizist bereit ist dafür im wahrsten Sinne des Wortes „zu bluten“.
    In Russland ist das Recht halt auf der Seite der Starken und sind die Fans auch wenn sie über die Stränge schlagen eben keine „friedlichen Demonstranten“ (gegen die Regierung), also ok.

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