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Bundesverdienstkreuz an russischen Literaturwissenschaftler Konstantin Asadowski verliehen

Von   /  23. Januar 2011  /  Keine Kommentare

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eva.- In Petersburg wurde der Literaturwissenschaftler, Schriftsteller und Publizist Konstantin Asadowski mit dem höchsten deutschen Orden ausgezeichnet (Fotogalerie). Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit übersetzte er zahlreiche Bücher ins Russische, darunter die Märchensammlung der Gebrüder Grimm.

Generalkonsul Peter Schaller würdigte Asadowski als einen Vermittler zwischen der deutschen und der russischen Kultur, der sich nicht im Elfenbeinturm der Wissenschaft aufhalte, sondern sich auch in der Praxis engagiere.

Asadowski erhielt das Bundesverdienstkreuz erster Klasse für sein Lebenswerk, zu dem neben wichtigen wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiet der Komparatistik (vergleichende Literaturwissenschaft) auch eine Reihe von Übersetzungen gehören – darunter Werke von Friedrich Schiller, Rainer Maria Rilke, Heinrich Bölls, Heinrich Georges, sowie die Märchen der Gebrüder Grimm.

Asadowski setzte sich in seiner Arbeit auch mit dem deutschen St. Petersburg auseinander, insbesondere mit dem wolgadeutschen Theaterkritiker und Übersetzer Friedrich Ludwig Konrad Fiedler.

Erinnerung an repressierte Lehrerinnen und Lehrer

In seiner Dankesrede erinnerte sich Asadowski an seine deutschstämmige Mutter, dank der er nicht nur die deutsche Sprache, sondern auch die Kultur dieses Landes lieben lernte. Dies, obschon seine Jugend in die Nachkriegszeit fiel, als in Russland alles Deutsche verfehmt und unterdrückt wurde.

Asadowski erinnerte sich an seine Lehrerinnen und Lehrer, von denen viele der sowjetischen Repression ausgesetzt waren und zu Lebzeiten nicht die gebührende Anerkennung erhielten, sowie an Heinrich Böll und Lew Kopelew, die sich für ihn einsetzten als er im Straflager in Kolyma inhaftiert war.

Aus ideologischen Gründen vom Puschkin-Haus abgelehnt

Wsewolod Bagno, Direktor des Petersburger Puschkin-Hauses, gab in seiner Laudatio zu bedenken, dass heute vermutlich Asadowski seinen Direktoren-Posten inne haben würde, wäre er zu Sowjetzeiten nicht aus ideologischen Gründen abgewiesen. „Aber verloren hat dadurch nicht Konstantin Asadowski, verloren  hat nur das Puschkin-Haus“, meinte er.

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Friedrich Ludwig Konrad Fiedler: „Kein Russe liebte die russische Literatur so wie dieser Deutsche“

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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