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Bundespräsident Christian Wulff vor Russlandbesuch: Deutschland bleibt russischem Markt treu

Von   /  11. Oktober 2010  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Deutsche Unternehmen wissen zwar den dynamisch wachsenden russischen Markt zu schätzen, der unzureichende Schutz ihrer Rechte und bürokratische Barrieren hindern sie aber an einem aktiveren Einsatz in Russland. Das betonte Bundespräsident Christian Wulff in einem Interview für das Wochenblatt Kommersant im Vorfeld seines Russland-Besuchs.

Derzeit seien in Russland rund 6 500 deutsche Unternehmen aktiv, stellte der deutsche Bundespräsident fest. Viele Firmen wollen ihre Aktivitäten weiter ausbauen. Besonders erfreut zeigte er sich darüber, dass die deutsche Wirtschaft auch in den Krisenzeiten dem russischen Markt treu geblieben ist. „Die Modernisierung der Wirtschaft bedeutet für mich die Schaffung klarer marktwirtschaftlicher Rahmenbedingungen und die Beseitigung bestehender Hindernisse zur Förderung des gegenseitigen wirtschaftlichen Austauschs“, sagte Wulff.

Sowohl Russland als auch Deutschland haben laut Wulff die Krise gut überstanden und profitieren nun von der Erholung der Weltwirtschaft. Deutschland und die ganze Welt wünschen sich ein wirtschaftlich starkes modernes Russland, so der Bundespräsident. Im Rahmen der deutsch-russischen Partnerschaft für Modernisierung wurde als Beitrag zu einer noch engeren Zusammenarbeit in diesem Sektor die deutsch-russische Energieagentur RUDEA gegründet. Die bilaterale Partnerschaft für Modernisierung hat sich die Festigung von demokratischen und pluralistischen Gesellschaftssystemen mit einer diversifizierten Marktwirtschaft und einem hohen Lebensstandard zum Ziel gesetzt.

Vertrauen in Medwedews Politik

„Ich bin davon überzeugt, dass Präsident Medwedew ernsthaft vorhat, die Zivilgesellschaft in Russland zu festigen und die Einhaltung der rechtstaatlichen Prinzipien zu verbessern“, betonte Wulff. „Bürgerrechtler und kritische Journalisten arbeiten oft unter Bedingungen, die großen persönlichen Mut erfordern. Nur ein Staat, der das Vertrauen seiner Bürger genießt, kann diejenigen Kräfte und die Kreativität mobilisieren, die gerade in einem Land wie Russland stecken.“

Präsident Wulff würdigte den intensiven und vertrauensvollen politischen Dialog zwischen den beiden Ländern, der sich im Zeichen einer strategischen Partnerschaft entwickelt. Nach Ansicht Wulffs hat Präsident Medwedew mit seinen Vorschlägen zur Schaffung einer neuen europäischen Sicherheitsarchitektur zur richtigen Zeit einen neuen Diskussionsprozess angespornt. Der deutsche Präsident äußerte zudem seine Freude über die Verringerung von Spannungen in den Beziehungen zwischen der NATO und Russland. „Deutschland sieht in Russland einen wichtigen Partner, beispielsweise bei unseren Bemühungen um eine Stabilisierung Afghanistans und beim Kampf gegen die Piraterie“, so der Bundespräsident.

Bild: Wikimedia Commons

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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