Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Aktuell  >  Aktuelle Artikel

Bundespräsident Christian Wulff in Russland – Aussenpolitik, Innenpolitik und ein Regenwurm

Von   /  15. Oktober 2010  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

TOPTICKER.- Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff und seine Frau Bettina sind am Dienstag zu einem Staatsbesuch in Russland eingetroffen. Neben Präsident Medwedew traf er in Moskau auch Regierungschef Wladimir Putin. Während des Banketts kam es zu einem kleinen Zwischenfall, der mittlerweile ein das Ausmass einer kleinen innerrussischen Staatsafäre angenommen hat: im Salat wurde ein Regenwurm gefunden!

Das allein wäre nicht der Rede wert gewesen, hätte nicht der Gouverneur des Gebiets Twer, Dmitri Selenin eine bebilderte Twittermeldung in Umlauf gebracht hätte:  „So etwas passiert manchmal auch im Alexander-Saal: Mit Rindfleisch bekommt man lebende Regenwürmer serviert“. Etwas später wurde der Textbeitrag mit dem begleitenden Foto gelöscht.

Überprüfung im Gang

Mittlerweile droht der Kreml nun mit rechtlichen Konsequenzen. Die Kreml-Vermögensverwaltung ließ nach eigenen Angaben das Bild begutachten, das Selenin auf Twitter veröffentlich hatte. „Eine vorläufige Analyse des Bildes ergibt, dass es weder dem Ort noch der Tischservierung dieser Protokoll-Veranstaltung im Großen Kremlpalast entspricht“, sagte Viktor Chrekow, Sprecher der Kreml-Vermögensverwaltung, am Donnerstag.

Die Prüfung läuft laut Chrekow weiter: „Sollte sich diese Information nicht bestätigen, muss ihr Autor zur Verantwortung gemäß den geltenden Gesetzen gezogen werden“. Die Zeitung „Komsomolskaja Prawda“ kommentierte ironisch: „Die Salatblätter wurden vor dem Servieren offenbar nicht genügend gespült. Dass ein Regenwurm dabei war, belegt andererseits, dass das Essen ganz frisch und nicht von Herbiziden verdorben war“. Die russische Internet-Community hat die Affäre mittlerweile dankbar und mit viel Humor thematisiert – der Regegenwurm avancierte mittlerweile zum Maskottchen.

Im „Sapsan“ von Moskau, Twer und St. Petersburg

Und ausgerechnet Selenins Gebiet Twer wurde am Mittwoch zum nächsten Reiseziel des deutschen Bundespräsidenten. Wie die Gebietsverwaltung mitteilte, erörterten Wulff und Selenin wirtschaftliche Projekte, unter anderem die Zusammenarbeit der dortigen Bahnwaggonfabrik mit der Firma Siemens. Wulff besichtigte ausserdem die Zentrale des Katastrophenschutzes.

Die Weiterreise bis St. Petersburg erfolgte im neuen Siemens-Hochgeschwindigkeitszug „Sapsan“. In St. Petersburg legte Bundespräsident Wulff am Donnerstag auf dem deutschen Soldatenfriedhof Sologubowka und dem Piskarjowskoje Gedenkfriedhof Kränze nieder und traf mit Gouverneurin Matwijenko zu einem Gespräch zusammen. Am Abend flog der Bundespräsident mit der Delegation weiter nach Uljanowsk. (rian./eva/pd)

Bild: Bundespresseamt

www.rian.ru

Weitere Neuigkeiten finden Sie auf unserem Nachrichtenticker >>>

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Bundespräsident Christian Wulff vor Russlandbesuch: Deutschland bleibt russischem Markt treu

    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

Starowoitowa-Mord: Hintergründe nach 20 Jahren nicht aufgeklärt

mehr…