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Bubble-Baba-Challenge: Der Wildwasser-Trip mit der Sexpuppe

Von   /  23. August 2009  /  Keine Kommentare

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Von Eugen von Arb

Am 29. August findet in Losewo wiederum der Bubble-Baba-Challenge statt. Hunderte Frauen und Männer werden zusammen mit ihrem aufgeblasenen Sexy-Partner die Strudel der Vuoksa hinunter rauschen – bisher sind über 600 Personen angemeldet. Wenn der Sommer in Karelien zu Ende geht und die Schul- und Semesterferien fast abgelaufen sind, haut das raue Volk der Fischer, Jäger und Wildwasserfreaks im kleinen Ort Losewo noch einmal auf die Pauke. „Bubble-Baba-Challenge“ ist angesagt, aus dem Englisch-Russischen übersetzt heisst das „Gummi-Weiber-Rennen“.


Losewo – Mekka für russische Wildwasserfreaks

Schauplatz ist die Mündung des Flusses Vuoksa in eine der vielen Seen der karelischen Seenlandschaft. An dieser Stelle hat die Vuoksa eine für diese flache Gegend starke Strömung und bildet Wirbel und Strudel, die im Sommer ganze Heere russischer Wildwasser-Sportler anlocken. Unter der Eisenbahnbrücke versammelte sich dieses Jahr bereits zum dritten Mal die Fangemeinde des verrückten Anlasses um das kleine Zelt der Organisatoren.

Partnermiete für „One-Jump-Stand

Nach der Anmeldung – Unkostenbeitrag 100 Rubel – machen sich die männlichen und Weiblichen Helden und ihre aufgeblasenen Busenwunder oder Gummi-Tarzans bereit zum Sprung. Wer noch „single“ ist, kann sich einen Partner für einen „One-Jump-Stand“ mieten, muss allerdings in Kauf nehmen, dass dieser unter Umständen an der einen oder anderen heiklen Stelle zwischen Beinen oder am Busen grob mit Klebband zusammengeflickt ist und bereits diverse turbulente Affären hinter sich hat. In In einem kurzen Briefing gehen die Regeln durchs Megafon: Erlaubt ist eigentlich fast alles, solange man die 600 Meter durchs Wildwasser heil übersteht, amdere nicht gefährdet und seine luftige Hälfte unterwegs nicht verliert.

Marsch zum Start unter skeptischen Blicken

Dann zieht die verwegene Schar in Schwimmweste und Sturzhelm gepackt, mit der Windsbraut unter dem Arm oder auf dem Buckel durch den Ort. Obschon die ausgeflippte Wassershow nicht zum ersten Mal stattfindet, mustern die Datschenbewohner und die Verkäufer des örtlichen Marktes den unsittlichen Konvoi mit skeptischen Blicken. Ziel ist eine Flusszugang etwas oberhalb des Dorfs. Nachdem sich alle angenetzt haben wird schon abgezählt, und Sekunden später trampelt die wilde Horde unter barbarischem Geschrei in den reissenden Fluss. Mitgerissen von der Strömung zieht die verrückte Gesellschaft im Höllentempo in Richtung Brücke, Arme, Beine und Köpfe drehen sich in einem skurillen Menschenkarusell.

„Megaresina“ siegt im Namenswettbewerb

Am Ziel erwartet sie das wilde und begeisterte Geschrei der Zuschauermenge am Ufer und auf der Brücke, wo man sich trotz durchfahrender Elektritschkas niedergelassen hat:„Dawai, dawai, hierher, hier zum Stein!“Den einen gelingt es, rechtzeitig aus den Strudeln der Vuoksa auszuscheren und den Zielstein anzusteuern. Andere sausen hilflos kreischend bis in den See hinunter und müssen zur Markierung zurückschwimmen, wo sie prustend ihre Nummer schreien. Gefeiert von ihren Familien oder dem kleinen Fanclub, der inklusive Picknick und Biervorrat gewartet hat, ziehen die Heldinnen und Helden hoch zum Zelt.

Für die Schnellsten jedes Durchgangs geht es in die nächste Runde. Die anderen legen sich an die Sonne, ruhen aus oder lassen sich in den unmöglichsten Juxposen zusammen mit ihren Sexpuppen fotografieren. Dass der Anlass zum Kult wird, beweisen die jährlich steigenden Teilnehmerzahlen – dieses Jahr sind es 180 Schwimmer. Der Anlass ist gut, aber nicht übertrieben durchorganisiert. Das Rennen wird ergänzt durch einen Sexpuppen-Bodypainting und einen Namenswettbewerb für die Latex-Gefährten: Dieses Jahr wurde die Puppe mit dem Namen „Megaresina“ ausgezeichnet, was zu deutsch den schmeichelhaften Vornamen „Megagummine“ ergibt.

Beginn der Registrierung am 29. August ab 11 Uhr, Beginn des Rennens um 13 Uhr, weitere Infos unter: www.bubblebabachallenge.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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