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Brutaler Bankraub in Petersburg über Neujahr aufgeklärt – ein Kinderwagen verriet die Täter

Von   /  6. Januar 2011  /  1 Kommentar

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TOPTICKER.- Der Überfall auf die Loko-Bank, bei dem die Räuber 25 Millionen Rubel (umgerechnet rund 625.000 Euro) erbeuteten und drei Menschen erschossen, wurde von der Petersburger Kriminalpolizei innert Rekordfrist aufgeklärt. Am 28. Dezember überraschten zwei Männer die Geldboten als sie einen Sack mit den Einnahmen der Loko-Bank am Leninski-Prospekt in den Geldtransporter bringen wollten.

Die beiden Boten wurden erschossen – ihre Kollegen verschanzten sich im Wagen, wo bereits rund 80 Millionen Rubel lagen. Die Banditen flohen darauf zu Fuss in die Hinterhöfe, wobei sie wegen des vielen Schnees nur langsam vorankamen. Ein Passant, dem sie begegneten, erschossen sie kaltblütig, obschon er ihnen den Weg freigab. Einen zweiten liessen sie wie durch ein Wunder am Leben – weiter ging die Flucht im Auto.

Bei der Untersuchung des Tatorts stiessen die Fahnder auf einen Kinderwagen, der von den Räubern zurückgelassen worden war – er wurde ihnen zum Verhängnis. Die Ermittlungen ergaben, dass während der vergangenen Wochen in Petersburg lediglich zwei solcher Kinderwagen aus einer Fabrik bei Moskau verkauft worden waren. In einem Geschäft erinnerte sich die Verkäuferin an zwei Männer, die einen Kinderwagen suchten, in dem das Kind nicht sichtbar sein sollte.

Autonummer dank Überwachungskamera festgestellt

Dank der Überwachungskamera ausserhalb des Ladens konnte das Nummernschild des Wagens herausgefunden und am 1. Januar der eine der Täter dingfest gemacht werden. Es handelt sich um den 40-jährigen vorbestraften Petersburger Sergei Jegorow, Mitglied der so genannten „Tambower Mafia“, einer Verbrecherbande, die in den Neunzigerjahren besonders aktiv war. Es wird angenommen, dass die drei Morde während des Überfalls auf sein Konto gehen. Jegorow hatte sich offenbar so sicher gefühlt, dass er bereits kurz nach dem Überfall einen Land-Rover-Autosalon besuchte, um einen Wagen zu kaufen. In seiner Wohnung stellte die Polizei einen Teil der Beute sicher und verhaftete nur wenige Stunden danach seinen Kumpanen Maxim Ponomarew.

Bisher wird angenommen, dass die Bankräuber über keinen Kontaktmann in der Bank verfügten – offenbar hatten sie den Überfall während eines Jahrs bis ins letzte Detail vorbereitet. Sie kauften das Auto, registrierten es auf einen anderen Besitzer und rüsteten es für längere Aufenthalte um. Im Auto versteckt legten sie sich vor der Bank auf die Lauer und analysierten den Rhytmus der Geldtransporte, nur so konnten sie den idealen Zeitpunkt für den Überfall festsetzen. Sie sorgten auch dafür, Ihre Spuren zu verwischen und liessen die Tatwaffen anschliessend verschwinden.

Drei Millionen Rubel verschwunden

Auch beim Kinderwagen, mit dem sie sich den beiden Geldboten in den Weg stellten, waren sämtliche Aufkleber und Preisschilder worden, trotzdem konnte das Modell und seine Herkunft herausgefunden werden. Ein Rätsel gibt nur noch das Geld auf, denn bis jetzt wurden nur 22 Millionen Rubel gefunden. Zwar versicherten die beiden Räuber, sie hätten die übrigen drei Millionen in der Zwischenzeit ausgegeben, doch bleibt der Verdacht bestehen, sie hätten damit einen bisher noch unbekannten Helfer bezahlt. (eva)

Bild: Wikimedia Commons

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. H. Kogler sagt:

    Ausgezeichnete Arbeit der Polizei.
    Gibt es in Ru. die Todesstrafe??

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