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Boris Smelow – der Leningrader “Stadtstreicher” mit Kamera

Von   /  12. November 2010  /  1 Kommentar

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eva.- Das Städtische Skulpturenmuseum zeigt vom 16. November bis am 15. Dezember eine weitere Ausstellung der Petersburger Fotografenlegende Boris Smelow. Seine poetischen Schwarzweissbilder spiegeln die Untergrundkultur und das Alltagsleben in den Strassen und Hinterhöfen in einer Zeit als Petersburg noch Leningrad war.


Er fotografierte die Sowjet-Bohème und war Teil von ihr – Boris Smelow (1951-1998) porträtierte die Künstlerinnen und Künstler der Leningrader Untergrundszene und gehörte selbst zu ihnen. Seine Person und sein Schaffen wurden erst in den Neunzigerjahren in grossem Stil ausgestellt und publiziert, denn seine Motive und Perspektve passten in keiner Hinsicht in die optimistisch-sozrealistischen Schablone der offiziellen Sowjetkunst.

Das heisst aber keineswegs, dass seine Fotografie pessimistisch ist – im Gegenteil gab er seiner Stadt ein poetisch-romantisches Gesicht, das dem Paris eines Doisneau in nichts nachsteht. Seine Szenen sowjetischer Beschauligkeit und die neblig-grauen oder hart konstrastierenden Stadtlandschaften bestechen durch ihre Rauheit.

Blick hinter die verführenden Kulissen der “Kulturhauptstadt”

Smelow blickt hinter die verführenden Kulissen der “Kulturhauptstadt”, anstelle arrangierter Schönheit wirken Zufall und Spontaneität. Die Kamera ist immer dabei, sie liegt auf dem Küchentisch und neben dem Bett, sie wird auf jedem Spaziergang, während mitgetragen. Fotografie nicht Projekt mit Anfang, Ende und Ziel, sondern das Leben selbst ohne Grenzen zwischen Beruf und Privatleben.

Entsprechend seiner unsteten Biografie wurde auch Smelows Schaffen auf eine Vielzahl von Sammlungen verstreut. Nach einer umfassenden Ausstellung in der Eremitage und in der Galerie “Borey” präsentiert nun das Städtische Skulpturenmuseum einen weiteren Ausschnitt von Smelows Werk aus den Siebziger- Achtziger- und Neunzigerjahren.

24. November 17.00  Diskussionsrunde zum Thema “Boris Smelows Ästethik”
15. Dezember 16.00 Finissage

Ausstellungssaal des städtischen Skulpturenmuseums, Newski Prospekt 179/2. Eintritt 50-100 Rubel. Тel. 314-12-14.

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. Ich mag die Fotografien von Boris Smelow sehr.
    Die entsprechen meiner Weltanschauung.

    Herzliche Gruesse
    Stanko Abadzic

    Bitte die E Mail Adresse von Boris Smelow

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