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Borey im Februar: Ein fotografierender Schauspieler und Lebensraum „Gulag“

Von   /  17. Februar 2011  /  Keine Kommentare

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eva.- Der Schauspieler Juri Gerzman hat vor zwei Jahren zum ersten Mal bewusst in die Finger genommen. Mit der “Lomo”, die ihm eine Kollegin geschenkt hatte, machte er sich gleich auf eine Bilder-Tour entlang des Fontanka-Kanals und setzte später seine Schwarz-Weiss-Bild-Experiment fort.


Typisch für jemanden, der erst im Erwachsenenalter zu fotografieren beginnt, ist seine Zielstrebigkeit, mit der er Motive und Blickwinkel wählt. Seien es Porträts, Nahaufnahmen und Landschaften – bei allen ist eine Idee und eine klare Vorstellung im Bild zu erkennen. “Und wenn Sie, ehrenwerter Betrachter, in diesen Kaleidoskop etwas Faszinierendes oder Interessantes finden, wenn sie auch nur eine Episode fesselt, dann heisst es, dass wir gemeinsam ein Ziel erreicht haben”, schreibt er im Text zu seiner Ausstellung „Arabeske“ (Bis 26. Februar).

Lebensraum „Gulag

In ihrer Ausstellung „Lebensraum” (22. Februar bis 5. März) zeigt die Künstlerin Olga Schonowa die Welt der Straf- und Arbeitslager wie sie heute aussieht. Mittels Schwarzweiss/Farbkontrast hebt sie Orte und Gebäude hervor, lenkt Blick und Gedanken.

Schonowa begleitete die Menschenrechts-Organisation “Memorial” auf einer Expedition ins Archangelsker Gebiet im hohen Norden Russlands. Diese Region erscheint als praktisch unbewohnbar – viele Siedlungen und Städte wurden in den Dreissiger- und Vierzigerjahren auf Befehl Stalins durch Verbannte und Gefangene gebaut.

Neues Leben in der Welt des Todes

Was ist aus den Baracken, den Lagern, Strassen und Siedlungen geworden? Was steht noch von den Behausungen, in die sich die Menschen damals vor Frost, Schnee, Regen und Stechmücken flüchteten? Auf diese Frage geben Bilder eine stille Antwort.

Dort, wo das Leben nach dem Ende des Lagersystems nicht einfach erloschen ist, haben sich die Menschen für ein neues Leben eingerichtet. Winschiefe Häuser wurden erneuert oder erhielten einen Anbau. Die Welt des Todes ist zu neuem Leben erwacht.

Bild: PD

Galerie Borey, Liteiny Prospekt 58, Tel. 275-38-37, Dienstag bis Samstag von 12.00 bis 20.00 geöffnet, Eintritt frei

www.borey.ru


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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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