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Blog: Was hat der Schwarzwald mit dem deutschen Sieg im Kontinental-Pokal zu tun?

Von   /  3. Juli 2017  /  Keine Kommentare

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Bis vor Kurzem war Jogi Löw noch der unsichtbare Nachbar meiner Schwester im zwischen Schönberg und  Bürgle gelegenen Bietzighofen. In allen Nachschlagewerken im Internet steht zwar Wittnau, aber den Bietzighofnern ist das schon recht.  Sollen die Touristen doch alle auf der anderen Talflanke Ausschau halten.  Eingemeindet sind sie zwar, aber dafür immer noch mit dem schönsten Blick aus dem Hexental nach Freiburg. Da hat man die Ruhe weg. Alle haben dort einen  schönem Blick. Als Südbadner weiss man was man an seinem Schwarzwald hat, und tankt dort die Kraft dies es braucht um den bis hier her reichenden „globalen Herausforderungen“ zu begegnen.

Hinter den Weinbergen und doch schon fast in einer bergigen kuehleren Klimazone lässt sich eben weit schauen und die Gedanken schweifen lassen. Ich denke die Gegend erdet und öffnet gleichzeitig den Blick über die Grenzen. Das meine ich wörtlich und sinnbildlich. Aus dem hintern Zimmer kann mann ja schon fast bis Basel schauen und die Dampfwolke vom AKW Fessenheim demonstriert bis Heute wo Frankreich beginnt.  Ein Ort an dem deutsche Umweltverbesserwisser seit langem auf französischem Pragmatismus prallen. Aber drumherum ist man gut befreundet und streitet sich nur noch wer den „besseren Wein“ oder das „bessere Essen“ hat. Im Zweifelsfall muss das unendlich oft und gemeinsam überprüft werden, zumindestens bis der „Ranzen* spannt“. (* im badischen und elsässischen steht der Ranzen eben auch für den Bauch)

Gestern hat sich also der im Schwarzwald für die Unbill der Welt gut vorbereitete Bundestrainer Jogi Löw (nich Joggele –  das ist ein alemanischer Narr)  in meiner neuen Heimatstadt ( die bestenfalls die Endung „-burg“ mit der alten gemein hat)  einmal mehr mit seiner Fussballtruppe in die Geschichtsbücher eingeschrieben.   Da ich keine Fussbalfachkraft bin, sei mir das ausblenden aller sportlichen Einsichten verziehen, aber schön fand ich das Spiel nicht, eher typisch „deutsch“, es glich mir vor allem in der 2. Hälfte einem unschönen hartem Kampf. Aber wen interessiert das noch wenn die deutsche Mannschaft am Ende den Pokal in die helle weisse  Juli-Nacht von St. Petersburg halten darf?

Als Deutschem gefällt mir das schon, als deutscher „St. Petersburger“ sorge ich mich was meine Mitbürger von dem Sieg in dem  teuer erkauften Stadium halten werden und ob sie sich ggf. doch noch von den Deutschen besetzt oder dominiert fühlen, als Südbadner sag ich mir – der Rauch wird sich schnell legen und Petersburg hat mit dem Stadion einmal mehr eine Imperiales Mosaiksteinchen in der geschichtsträchtigen Fassade. Wie bei den ganzen anderen Palästen und im übrigen die ganzen Stadt auch –  sie wurde mit dem Blut des Volkes gebaut – und doch lieben wir den Ort so innig. Es bedarf bei mir wohl noch ein paar Besuche im Hexental um das philosophisch korrekt auf die Reihe zu bekommen. Aber als Badner denkt man ja ganz gerne für die Welt mit…  und philosophieren ist ein guter Anlass mal wieder einen Tropfen in freundschaftlicher Runde zu leeren.

Erst nach dem Ende des Feuerwerks habe ich mich der Pflicht besonnen und endlich ein Foto vom Stadium gemacht.  Zu spät. Nur noch der Rauch  der letzten  Feuerwerksraketen wird in Richtung Gazprom Tower verweht, in einem Jahr habe ich ja dann nochmal eine Chance.

 

 

 

 

 

 

 

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