Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Aktuell  >  Aktuelle Artikel

Bierfestival ade – Petersburger Gouverneur dreht den Zapfhahn zu

Von   /  11. Juni 2012  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

TOPTICKER.- Das Petersburger „Bier- umd Kwasfestival“ findet dieses Jahr nicht statt und wird vermutlich auch in Zukunft nicht mehr organisiert, schreibt Fontanka.ru. Der Petersburger Gouverneur annulierte in einer Verfügung sämtliche Genehmigungen für die Vorbereitungsarbeiten, das bestätigte das Kommitee für Wirtschaftsförderung.

Gestrichen wurde auch der Budgetposten über zwei Millonen Rubel für sanitäre Einrichtungen und Abfallbeseitung auf dem Gelände des SKK-Sportgeländes, wo der der Anlass jeweils während eines Wochenends Ende Juni oder anfangs Juli über die Bühne ging. Freilich sollen diese Kosten sowieso jeweils von den beteiligten Bierherstellern übernommen worden sein.

Das Fest, das von seinen Befürwortern so gerne als Petersburger „Oktoberfest“ gesehen wurde, trug während seiner 13jährigen Existenz drei verschiedene Namen – „Bierfestival“ – „Bier- und Kwasfestival“ -„Festival für Musik und Erholung“. Das Festival galt während der Amtszeit von Valentina Matwijenko als Kind von Vizegouverneur Michail Ossejewski.

Er setzte sich nicht nur für optimale Bedingungen für die Veranstalter ein, sondern hob das Niveau des Fest, das bei vielen als Sauforgie verschrien war, deutlich an. So sorgte er beispielsweise dafür, dass Sauberkeit und Hygiene deutlich gewährleistet waren und organisierte eine abgetrennte alkoholfreie Zone für Kinder. Ausserdem kontrollierten Gruppen von Freiwilligen die Einhaltung des Verkaufsverbots gegenüber Minderjährigen. Ausserdem war das Angebot an Veranstaltungen, zum Beispiel durch Konzerte wesentlich verbessert worden.

Weder der Gouverneur, der sich im Urlaub befindet, noch die Bierhersteller kommentieren die Absage. Man halte sich lediglich an die Gesetze, meint eine der grossen Brauereien – man habe seine Marketingstrategien geändert, eine andere. Als Hauptgrund für den Schritt wird die nüchterne Gesundheitspolitik von Gouverneur Georgi Poltawtschenko vermutet, der erst kürzlich im Stadtparlament eine Ausweitung des Verkaufsversverbots von Spirituosen auf die Zeit zwischen 21.00 bis 9.00 Uhr durgesetzt hat.

Bierfans trauern dem geliebten und etwas ausgeflippten Fest in der Sommerhitze nach, die Gegner feiern die Abschaffung als wichtigen Schritt im Kampf gegen den Alkoholsucht – und beide Seiten haben wohl auf ihre Weise recht. (eva)

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

MAKSA – expressive Kunstbrückenbauerin zwischen Hamburg und Petersburg

mehr…