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Bevölkerung spaziert auf Petersburgs gefrorenen Kanälen

Von   /  5. März 2018  /  1 Kommentar

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eva.- Die stabilen Frosttemparaturen ermöglichen dieses Jahr wiederum den Volkssport des „Kanalwanderns“. An den letzten Wochenenden gingen die Petersburgerinnen und Petersburger gleich in Massen aufs Eis – auf der Newa, auf der Fontanka und allen andern Kanälen (Fotogalerie).

Das Betreten des Eises war offiziell bis im Februar verboten – dabei wird immer auf Nummer sicher gegangen, weil es in der Übergangszeit immer wieder zu gefährlichen Einbrüchen kommt. Dank der Kälte wurde das Eis jedoch bereits im Januar freigegeben, und mit der ersten Sonne ging das Volk gleich in Massen auf die gefrorenen Wasserflächen hinaus.

Ungewohnte Sicht auf die Stadtkulisse

Einer der schönsten und prominentesten Punkte für einen Eis-Spaziergang ist der Abschnitt um die Anitschkow-Brücke beim Newski-Prospekt. Dort gingen die Menschen mit Kind und Kegel, auf Skiern, Schlitten und Velos aufs Eis und genossen die ungewohnte Sicht auf die schöne Stadtkulisse.

Auch an anderen Stellen wagten sich die Menschen aufs Eis, so zum Beispiel auf die Newa. An der „Strelka“, am Flussufer vor dem Börsengebäude, ist der „Tanz auf dem Eis“ für Brautpaare ein Muss. An gewissen Stellen ermöglicht der Weg über das Eis eine willkommene saisonale Abkürzung. Aber Vorsicht, riskante Alleingänge besonders in den kalten Nächten sind gefährlich! Um die Brücken ist die Eisfläche oft unregelmässig gefroren und besonders glatt.

Politische Agitation auf dem Eis

Am 3. März brach in der Mitte der Newa, wo jede Nacht ein Eisbrecher die Eisfläche teilt, eine Frau ein und wurde vom Katastrophenschutz geborgen und mit einem Taxi nach Hause gechickt. Die wichtigsten Eisflächen werden überwacht, unter anderem sind die Helfer mit Luftkissenfahrzeugen unterwegs.

Auch für politische Agitation wird das Eis benutzt. So versuchten am 4. März bei der Belinsky-Brücke Aktivisten eine Anti-Putin-Losung aufs Eis zu malen, wurden jedoch noch vor der Vollendung von der Polizei festgenommen. Auf ein Strafprotokoll wurde verzichtet, die angefangene Losung war schon nach 15 Minuten wieder entfernt.

Bilder: Eugen von Arb/ SPB-Herold

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. realsatire sagt:

    Wunderbare Fotos…
    wie vor Hundert Jahren auf dem Eis spazierengehen.
    Fehlt nur noch wie die Strassenbahn uebers Eis.

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