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Betrugsfall im Kunsthandel schockiert Petersburger Kulturszene

Von   /  2. Februar 2014  /  Keine Kommentare

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Aktualisiert – TOPTICKER.- Die angesehene Kunstexpertin und ehemalige Mitarbeiterin des Russischen Museums Elena Basner wurde wegen dem Verdacht auf Betrug beim Verkauf eines gefälschten Bildes des Avantgardekünstlers Grigoriew festgenommen. Im Bestand des Russischen Museums befindet sich ein anderes Bild Grigoriews mit einem ähnlichen Titel, doch das Museum bestreitet, irgend etwas mit dem Handel zu tun zu haben.

Das Bild „Im Restaurant“ des russischen Avantgarde-Künstlers Boris Grigoriew von 1913 war 2009 für 250.000 Dollar an den Kunstsammler Andrei Vasilew verkauft worden, wobei Basner als Vermittlerin und Expertin mitgewirkt hatte. Zwei Jahre später bemerkte der neue Besitzer, dass er ein gefälschtes Werk erstanden hatte und erstattete Anzeige.

Doch nur ein Jahr danach reagierten die russischen Behörden, denn die anerkannte Kunstexpertin hatte die Fälschungsvorwürfe vehement zurückgewiesen. Doch im Zug der Ermittlungen stellte sich heraus, dass sich im Magazin des Staatlichen Russischen Museums ein Bild Grigoriew mit dem Titel „Pariser Café“ befindet. Es lag daher nahe, dass Basner als langjährige Mitarbeiterin des Museums in Verdacht geriet.

Ein weiterer Verdachtsmoment ist laut Fontanka.ru die Tatsache, dass der angebliche frühere Besitzer, der das Bild angeblich bei sich in der Garage im Vorort Vsewoloschsk gefunden und sich danach an Basner gewendet haben soll, sich zur angegebenen Zeit nicht in Russland befunden hat. Im Zusammenhang mit der Festnahme Basners nahm die Polizei Hausdurchsuchungen in mehreren Petersburger Auktionshäusern vor.

Russisches Museum streitet Beteiligung ab

Die Frage danach, wo und durch wen die Fälschung hergestellt wurde, ist noch ungeklärt. Zweifellos muss der Autor gute Kenntnisse von der Maltechnik des Autors gehabt haben, wie es zum Beispiel bei Restauratoren der Fall ist. Allerdings hat die Museumsleitung mittlerweile bestritten, irgend etwas mit der Angelegenheit zu tun zu haben.

Basner habe bis 2003 im Russischen Museum gearbeitet, habe jedoch während ihrer Zeit im Museum niemals den Status einer Expertin besessen, schon gar nicht von internationalem Format, heisst es in einer Presseerklärung. Danach habe sie in keiner Weise mehr mit dem Museum zu tun gehabt. 2011 habe das Museum dem Sammler offiziell bestätigt, dass das Bild „Im Restaurant“ kein Werk Grigoriews sei. Das Bild mit dem Titel „Pariser Café“ hingegen befände sich seit 1985 in der Sammlung des Museums und seine Echtheit sei unbestritten.

Tochter von populärem Sowjet-Komponisten

Noch haben die Behörden nicht alle Untersuchungsergebnisse offengelegt, aber schon jetzt wiegen die Vorwürfe gegenüber Basner schwer. Sie war nach ihrem Weggang vom Russischen Museum für das internationale Auktionshaus Bukowskis in Helsinki tätig und war weltweit als führende Expertin und Verfasserin zahlreicher Bücher und Aufsätze über russische Avantgardekunst bekannt. Am 31. Januar wurde sie nach der Einreise aus Finnland nach Petersburg festgenommen.

Die Kunsthistorikerin wurde als Tochter des bekannten sowjetischen Komponisten Benjamin Basner geboren, der unter anderem das populäre Lied „Womit die Heimat beginnt“ verfasste, das zu den Favoriten Präsident Putins gehört. (eva)

Bild: www.bukowskis.com

www.fontanka.ru

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“Wespenstiche” – Gerichtsstreit unter fünf Petersburger Avantgardekünstlern

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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