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Berlusconi für Einstieg deutscher Firmen ins Gasprojekt South Stream

Von   /  10. Oktober 2010  /  1 Kommentar

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TOPTICKER.- Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi hat sich für einen Einstieg deutscher Unternehmen in das Gasprojekt South Stream ausgesprochen. Der italienische Regierungschef hält sich zu einem Privatbesuch in St. Petersburg auf. „Verblieben sind noch einige Probleme, die den Verlauf der Route dieser Gaspipeline durch einige Länder betreffen. Ich werde mich möglicherweise gezwungen sehen, gegen eines dieser Länder diplomatisch vorzugehen, um es davon zu überzeugen, keine Probleme bei der Realisierung des Projekts zu schaffen“, sagte der italienische Premier, ohne das Land zu nennen.

Seinerseits sagte Putin, dass das Projekt South Stream Pläne anderer Unternehmen keinesfalls tangiert, die ähnliche Vorhaben in dieser Region und in anderen Regionen der Welt realisieren. „Das Projekt (South Stream) wird ohne Zweifel zur Erhöhung der Energiestabilität in Europa beitragen“, betonte der russische Regierungschef. Am Freitag hatte er bei einem Treffen mit Gazprom-Chef Alexej Miller mitgeteilt, dass ein deutsches Unternehmen sowie Rumänien Interesse an dem South-Stream-Projekt bekunden. Aber weder am Freitag noch am Samstag wurde die Firma beim Namen genannt. Der deutsche Partner des russischen Gasmonopolisten Gazprom beim Bau der Ostseegaspipeline Nord Stream – BASF-Tochter – Wintershall – hat wohl kein Interesse an einem Einstieg bei South Stream. Ende September hatte der Konzern mitgeteilt, dass für ihn „der Ausbau seiner Upstream-Aktivitäten in der Schwerpunktregion Russland im Vordergrund steht“.

Geschätzter Wert zwischen 8 und 25 Milliarden Euro

Über die Gaspipeline South Stream zwischen Russland und Italien soll Südeuropa mit Erdgas versorgt werden. Das Projekt hat einen geschätzten Wert zwischen 8 und 25 Milliarden Euro. Die ersten Lieferungen sind für 2015 geplant. Ein 900 Kilometer langer Teil der Leitung – zwischen der russischen und der bulgarischen Schwarzmeerküste – wird auf dem Meeresgrund in einer Tiefe von bis zu 2000 Meter verlegt. Die geplante Durchsatzkapazität der Pipeline beträgt 63 Milliarden Kubikmeter im Jahr. Das sind etwa 35 Prozent des gesamten europäischen Gasbedarfs. Die Leitung soll die Abhängigkeit von Transitländern, vor allem von der Ukraine und der Türkei, verringern.

Die Machbarkeitsstudie für die Leitung soll im Februar 2011 vorliegen. Für den Bau der Landabschnitte der Pipeline im Ausland hatte Russland bereits Regierungsabkommen mit Bulgarien, Griechenland, Kroatien, Österreich, Serbien, Slowenien und Ungarn unterzeichnet. Ende 2009 hatten die Gesellschafter Gazprom und Eni, die jeweils 50 Prozent der Anteile an dem Projekt halten, den Einstieg des französischen Energiekonzerns Electricite de France (EdF) vereinbart. Bislang ist aber noch nicht klar, wer seine Anteile zugunsten der Franzosen und dann möglicherweise auch der Deutschen abtreten wird. Gazprom besteht immer darauf, bei der Hälfte der Anteile zu bleiben.

Einstieg russischer Investoren bei Mediaset dementiert

Die russische Regierung weiß nichts von einem Einstieg russischer Investoren bei der Mediengruppe Mediaset, deren Gründer und Besitzer der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi ist. „Ich habe nichts davon gehört“, sagte Dmitri Peskow, Sprecher des russischen Regierungschefs Wladimir Putin, am Freitag. Italienische Medienberichte, laut denen Mediaset Investoren in Russland suchen soll, bezeichnete er als haltlose Spekulation.

Am Donnerstag hatte die Mailänder Zeitung Corriere della Sera berichtet, dass Mediaset seit mehr als einem Jahr mit großen russischen Fonds über deren Einstieg verhandle. Die Zeitung vermutete, dass der italienische Regierungschef diese Frage auch während seines inoffiziellen Besuchs in Sankt Petersburg thematisieren werde. Obwohl Berlusconis Firma Fininvest, die 39 Prozent an Mediaset besitzt, schon am Donnerstag die Gerüchte über eine Beteiligung russischer Investoren als falsch zurückwies, ließ die Meldung von Corriere della Sera die Aktienkurse von Mediaset an der Mailänder Börse nach oben klettern. (rian)

Bild: Ricardo Stuckert/PR/Wikimedia

www.rian.ru

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Gerüchteküche: Berlusconis Medienholding Mediaset sucht Investoren in Russland

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. Ich hoffe das Projekt kommt zustande!

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