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Bayrische Wirtschaft weiter auf Expansionskurs in Russland

Von   /  22. Oktober 2012  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Eine ganze Woche  – vom 15. bis 20. Oktober –  weilt eine hochrangige bayrische Delegation, angeführt von Dr. Peer Friess, Ministerialrat und Leiter der Fortbildungsprogramme bei der Bayerischen Staatskanzlei,  mit einem breitgefächerten Programm in der russischen Hauptstadt Moskau, anschließend ist Sankt Petersburg an der Reihe.

Nach den Gesprächen im Moskauer Parlament und in der Regierung sowie im russischen Außenministerium und im hauptstädtischen Büro des Innovationsstädtchen Skolkowo wurden Niederlassungen bayrischer Unternehmen im Moskauer Umland – u. a. Knauf in Krasnogorsk und BPS in Chimki – besucht.

Die bayrische Regierung und das Wirtschaftsministerium arbeiten konsequent am Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Russland, insbesondere in einzelnen Regionen und in den traditionellen – Moskau und Sankt Petersburg. Konkrete Projekte sind auch in der Teilrepublik Tatarstan in Aussicht, wie die Leiterin des Departements Außenwirtschaftliche Beziehungen des bayrischen Wirtschaftsministeriums, Fr. Dr. Ulrike Wolf-Prexler, in einem Interview für RIA Novosti mitteilte.

Russische Regionen haben grosses Interesse

„Wir sind bislang sehr stark mit unseren Partnerregionen tätig geworden. Das ist Moskau,  die Stadt, mit der wir schon sehr früh die Partnerschaft begonnen haben. Das ist Sankt Petersburg, mit dem wir auch eine Partnerschaft unterhalten. Im Moment sehen wir großes Interesse aus den Regionen am Aufbau der außenwirtschaftlichen Beziehungen  mit Bayern.

Wir werden nächstes Jahr eine Delegationsreise nach Kasan in der Republik Tatarstan unternehmen, dort haben wir schon konkrete Projekte. Ich denke, dass die Ural-Republiken sehr interessant sein werden für bayrische Unternehmen. Aber da sind wir noch dabei, die Fühler auszustrecken. Aber wir wissen, dass da ein großes Interesse besteht, und wir werden dem nachgehen“, sagte die Beamtin.

Siemens, Knauf, Ehrmann, Hochland

Im Jahre 2011 belief sich das bilaterale Handelsvolumen auf stolze 12,5 Milliarden Euro.  Die Exporte nach Russland ragten mit einem Zuwachs von 41,7 Prozent deutlich heraus. Aus Russland importiert werden hauptsächlich chemische und petrochemische Rohstoffe und Halbwaren. Die russischen Partner kaufen vor allem Maschinen und Anlagen, elektrotechnische Erzeugnisse und natürlich Autos von bayerischen Herstellern.

Aus Bayern kommt ein beträchtlicher Teil der deutschen Großinvestoren. Das sind  beispielsweise solche Firmen wie Siemens, Knauf, Ehrmann oder Hochland, die alle in Russland produzieren und deren Produkte fast jeder Russe kennt und schätzt.

Bayern überproportional vertreten

Bayerische Unternehmen sind in der Russischen Föderation mit ihren Niederlassungen, Joint Ventures und Betriebsstätten überproportional stark vertreten. Von den rund 6100 deutschen Unternehmen in ganz Russland kommt gut ein Drittel aus Bayern.

Im Großraum Moskau liegt der Anteil sogar bei knapp der Hälfte. Darunter befinden sich nicht nur die bayerischen Global Player, sondern auch viele mittelständische Firmen.
An sich spricht vieles dafür, dass Bayern das 2011er Rekordergebnis bei den Exporten nach Russland im Jahr 2012 sogar noch einmal überbieten kann.

Russland an Investitionen im Fernen Osten interessiert

Russland versucht seinerseits, die Rahmenbedingung für die ausländischen Unternehmen so günstig wie nur möglich zu gestalten. In ihren jüngsten Gesprächen und Stellungnahmen haben der russische Präsident Wladimir Putin und Premier Dmitri Medwedew ausländische Unternehmen mit Nachdruck eingeladen, in den russischen Fernen Osten zu investieren.

Inwieweit sind nun die bayrischen Unternehmer bereit, in die entlegendste östliche Region des Landes zu kommen? „Als bayrisches Wirtschaftsministerium sind wir vor allen Dingen dafür da, dass wir den Mittelstand auf die Auslandsmärkte begleiten. Der ganze ferne Osten, Wladiwostok oder so, ist ein sehr schwieriger Einstieg für den Mittelstand.

Schwerpunkte dort, wo Mittelstand existiert

Darauf haben wir unseren Schwerpunkt noch nicht gesetzt. Wir gehen eher dahin, wo der Mittelstand leichter zurechtkommt, und das sind dann schon die europäischen Teile. Aber auch die Baikal-Regionen sind interessant, also es gibt schon Regionen, die interessant sind. Da haben wir aber noch keine konkreten Projekte“, sagte Ulrike Wolf-Prexler.

Die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen haben also noch viel Potenzial. Russland bleibt ein starker Zukunftsmarkt, wie die bayrischen Unternehmer und Beamten betonen. In Russland steht nun die Modernisierung der Wirtschaft auf der Agenda. Russland will mehrere Milliarden Euro in Schlüsselprojekte investieren, um das Land wettbewerbsfähiger zu machen. Da sieht auch die bayrische Wirtschaft für sich neue große Chancen.

Unter anderem verspricht die Vorbereitung auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2018, die in elf russischen Städten ausgetragen wird, neue Möglichkeiten für bayrische Unternehmen, ihre Erfahrungen und ihr Können in konkrete Geschäfte umzuwandeln. (rian)

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold/Archiv

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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