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Barbara Klemm: Helldunkel – wie das Leben selbst

Von   /  24. April 2012  /  Keine Kommentare

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Von Anna Smoljarowa

Heute eröffnet die ehemalige FAZ-Photographin Barbara Klemm ihre Ausstellung „Helldunkel. Fotografien aus Deutschland”. Sie ist Autorin von weltberühmten Fotos aus Deutschland vor der Wiedervereinigung sowie während und nach dem Mauerfall. Ihr Archiv enthält auch eine große Anzahl von Fotos, die das einfache Leben in allen Ecken der Welt zeigen. Während des Künstlertreffens am 22. April hat sie sowohl politische Bilder, als auch eine Fotochronik aus Bolivien, Spanien, Indien und Russland gezeigt (siehe Fotogalerie unten).


Dabei tauchten Bilder und Namen vieler Politiker auf, welche die Jugend von heute schon fast nicht mehr kennt – zum Beispiel Willy Brandt oder Erich Honecker. Zu ihren Motiven gehören auch namenlose Figuren – etwa die Männer neben einem Kiosk mit Zigaretten und Bier, die Frauen einer russischen Kolchose, die den 1. Mai feiern oder Bettler in New York. Wer von ihnen wird Geschichte bleiben?

Geniesst das Fotografieren ohne Zwang

Jetzt, wo sie nicht mehr für eine Zeitung arbeitet, genießt sie den Prozess des Fotografierens. Sie freue sich sehr, dass sie nicht mehr politische Ereignisse aufnehmen musste, meint Barbara Klemm. Wenn sie davon erzählt, wie einige ihrer Fotos zustande kamen, so wird einem der Stress als Fotojournalistin klar. So harrte sie einmal drei Stunden an einer Feier in der DDR aus, die für westliche Fotografen eigentlich verboten war und machte das beste Bild genau in dem Moment als sie von den auf der Tribüne stehenden Politikern entdeckt wurde, und alle vier Ostblock-Vertreter auf Klemm starrten.

Wichtige Bilder am Rande des politischen Geschehens

Auch am Rande des politischen Geschehens entstanden wichtige Bilder: Einmal fotografierte Klemm einen Soldaten auf dem Roten Platz, der direkt vor einer Vitrine von Estee Lauder stand, und die Lippenstiften auf dem Werbeplakat stiegen wie Raketen aus seinem Kopf. Barbara Klemms Fotografien seit 1959 sind ab 25. April in der Ausstellung im Staatlichen Fotozentrum „Rosfoto“ sehen.

Bild: Barbara Klemm (links) am Künstlergespräch in St. Petersburg. (Foto; Viktor Kuznetsow)

Barbara Klemm – Dossier

Barbara Klemm wuchs in Karlsruhe auf, wo ihr Vater Fritz Klemm als Professor an der Karlsruher Kunstakademie wirkte. Klemm, der über eine Dunkelkammer verfügte, machte seine Tochter mit den fotografischen Techniken vertraut. Nach Besuch des Realgymnasiums absolvierte sie von 1955 bis 1958 eine Fotografenlehre in einem Karlsruher Porträtatelier, die sie mit der Gesellenprüfung abschloss.

1959 zog sie nach Frankfurt am Main und arbeitete in der Klischeeherstellung und im Fotolabor der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Durch den Fotografen Wolfgang Haut (1927 – 2001) wurde sie zu freiem Arbeiten und zur journalistischen Fotografie angeregt. Sie wurde zunächst freie Mitarbeiterin, ab 1970 bis zu ihrer Pensionierung 2005 Redaktionsfotografin der FAZ. Daneben erschienen ihre Fotografien in zahlreichen Büchern, Wochenzeitungen und Magazinen.

Ihre Schwerpunkte liegen auf Motiven aus der Politik und des Feuilletons, ihre durchweg in Schwarz-Weiß fotografierten Bilder decken ein weites Spektrum der Pressefotografie ab. Ihre Portraits, Landschaften und die kulturellen Eindrücke ihrer Reisen sind die hervorragenden Themen in ihrem Œuvre. Barbara Klemm wird bei der Kritik als Fotografin herausgestellt, die durch einen ausgewogenen, oft subtil gewählten Bildausschnitt auffällt.

Ihre Fotos gehen weit über die kurzlebige, das bloße Tagesgeschehen illustrierende „gewöhnliche“ Pressefotografie hinaus. Einige ihrer Aufnahmen, wie jene von Willy Brandt und Leonid Breschnew oder Brandt und Helmut Schmidt, zählen als Bildikonen inzwischen zum „fotografischen Gedächtnis“ der bundesrepublikanischen Gesellschaft. Barbara Klemm ist Mitglied der Berliner Akademie der Künste und Honorarprofessorin an der Fachhochschule Darmstadt. Sie lebt und arbeitet in Frankfurt am Main. (Wikipedia)

Das ausführliche Programm der Deutschen Woche finden Sie unter: www.deutsche-woche.ru

Weitere ausgesuchte Termine unter der Rubrik Deutsche Woche und im Stadtkalender

Bild: PD

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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