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Badeverbot und Wirbelsturm – Petersburg erlebt einen Rekordsommer der Widersprüche

Von   /  13. Juli 2010  /  Keine Kommentare

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eva.- Bereits seit mehr als einer Woche stöhnen Petersburg und das Leningrader Gebiet unter einer Hitzewelle. Nach einem Rekordwinter und kühlen Mai- und Juni-Temperaturen wird die gegenwärtige Hitze als besonders extrem empfunden.


Laut Meteorologen kreuzen sich in diesen Tagen zwei Hitzewellen aus der Westsahara und Zentralasien über Petersburg und bescheren der Region Temperaturen bis zu 34 Grad Celsius. Viele freuen sich über die Wärme – Schüler und Studenten verbringen ihre Ferientage an den Stränden von Kurort bis Repino oder an einem der vielen Seen und Flüsse der Umgebung.

Badeverbot nach sieben Badeopfern im Süden

Für all jene, die in einem der 80 Kinderlager in der Region sind, hat sich jedoch eine paradoxe Situation ergeben – es gilt ein striktes Badeverbot für offene Gewässer. Nachdem vergangene Woche sechs Kinder und eine Erzieherin im Asowschen Lager ertrunken sind, unterziehen Polizei und Behörden in typischer Hau-Ruck-Manier sämtliche Lager strengen Kontrollen. Um sich abzukühlen spritzen sich die Kinder nun mit Schläuchen und Wasserpistolen ab oder schwaddern im Schwimmbad – ein schwacher Trost in dieser Hitze.

Mini-Wirbelsturm schleudert Lada durch die Luft

Der siebzigjährige Hitzerekord, führte noch zu anderen seltsamen Erscheinungen – zum ersten Mal seit Jahrzehnten wurde bei Petersburg ein Wirbelsturm, ein so genannter “Smertsch” gesichtet. Diese Windhosen im Kleinformat, die trotz allem für erhebliche Verwüstung sorgen können, bilden sich normalerweise nur in Zentralrussland.

Im Petersburger Vorort Kolpino hob der “Smertsch” einen Lada drei Meter  in die Luft und schleuderte ihn über einen Zaun auf einen Parkplatz, wobei sechs Wagen demoliert wurden. Der Zwischenfall, der von einem Augenzeugen gefilmt wurde, versetzte die hiesige Bevölkerung und die  Meteorologen in Erstaunen. Obschon die Wiederholung einer solchen Windhose hier praktisch ausgeschlossen wird, publizierte die Regierung Verhaltensregeln.

Bild: Eugen von Arb/SPB-Herold

Aufnahmen des Wirbelsturms bei Youtube >>>

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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