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Autofahrer aufgepasst – der Nummernklau geht um

Von   /  7. Oktober 2013  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- In Petersburg ist eine neue Verbrechersparte entstanden – die „Nummerndiebe“ haben Hochkonjunktur. „Prominente“ Autonummern werden „entführt“ und lediglich gegen ein happiges Lösegeld wieder zurückgegeben. Wegen des bürokratischen Aufwandes machen die meisten Besitzer bei der Geschichte mit.


Wie in anderen Ländern auch schafft man(n) sich auch in Russland zu einem teuren Schlitten gerne noch das passende Nummernschild an. Schöne Nummernkombinationen, wie zum Beispiel „333“, sind meistens an schwarzlackierten Geländewagen zu finden.

Seit einiger Zeit sind sie einer besonderen Gefahr ausgesetzt – sie werden bei Nacht und Nebel gestohlen. Das geht schnell für geübte Finger. Statt des Schilds hängt ein Zettel in der Fassung mit einer Telefonnummer und der freundlichen Bitte, Geld zu überweisen, falls man das Kennzeichen zurück haben wolle.

„Teure Nummern“

Für ein prominentes Schild können die „Kidnapper“ leicht 5000 Rubel fordern, für ein normales 1500 Rubel. Das Geld wird per Telefon gesendet, danach erfolgt eine Nachricht, wo der Besitzer die Schilder finden. Aus Zeitnot und weil die meisten der bürokratische Aufwand für ein neues Schuld anödet, sind viele Besitzer bereit die Kaufsumme zu zahlen.

Besonders jene Autobesitzer mit exklusiven Nummern, die meist schon dafür bezahlt haben, um diese Nummern zu kriegen, bezahlen den Pfandpreis, denn bei einer Verlustmeldung werden sie eine andere Nummer bekommen – die gestohlene verfällt. Hinzu kommt, dass der Nummernklau nicht einmal bei der Polizei angezeigt werden kann, weil die Autonummern juristisch gesehen nicht Privateigentum sind, sondern lediglich vom Staat an die Autobesitzer „ausgeliehen“ werden.

Bis zu 29 Nummerndiebstähle pro Tag

In den beiden letzten Jahren wurden allein in Petersburg jeweils rund 2600 solcher Fälle gemeldet. In den vergangenen Wochen stieg die Zahl auf bis zu 29 Nummerndiebstähle pro Tag an. Wie die Polizei gegenüber Fontanka.ru äusserte, scheint hinter den Delikten eine organisierten Bande zu stecken.

Genau dies kann der Grund für das starke Ansteigen sein, gleichzeitig wird vermutet, dass die Diebe die letzten Monate vor der Inkraftsetzung eines neuen Gesetzes ausnutzen wollen. Der neue Artikel wird es möglich machen, dass ein Autobesitzer bei Nummernverlust lediglich aufs Strassenverkehrsamt gehen und dort seine Papiere vorweisen muss, um umgehend und zum Unkostenpreis von 1500 Rubel Duplikate seiner Nummernschilder zu erhalten. Damit wird auch das schöne Leben der Nummerndiebe ein Ende haben.

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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