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Ausstellungstipp: Bücher, Bilder, Fotografien aus Deutschland und Russland

Von   /  16. Juni 2008  /  Keine Kommentare

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eva./pr.- Die Eremitage zeigt Grafiken des sächsischen Kartographen und Zeichners Heinrich Theodor Wehle, der im 19. Jahrhundert den Kaukasus bereiste. In der russischen Nationalbibliothek werden Bücher aus der Hardenberg-Bibliothek in russischen Beständen gezeigt und die Geschichte der Gründerfamilie Hardenberg diskutiert. Das Zentrum für Fotografie stellt Arbeiten der beiden Fotografen Lado Alexi und Rüdiger Schestag vor.

Am 24. Juni eröffnet die russische Nationalbibliothek in St. Petersburg unter Mitwirkung des Generalkonsulats der Bundesrepublik Deutschland die Ausstellung „Bücher der Hardenberg-Bibliothek in den Beständen der Russischen Nationalbibliothek“. Am selben Tag findet ein Seminar zum Thema statt. Das Schicksal der Bibliothek der Familie Hardenberg ist so wechselhaft wie das der Familie selber. Die über anderthalb Jahrhunderte gewachsene Sammlung mit Werken bedeutender deutscher Autoren und Schriften über die Preußischen Reformen und die Französische Revolution spiegelt in besonderer Weise preußische und deutsche Geschichte wider.

Ihr Begründer Karl August Fürst von Hardenberg war der preußische Minister und Reformer, der für die Bauernbefreiung und die Emanzipation der Juden eintrat. Weitere bedeutende Mitglieder der Familie waren der romantische Schriftsteller Novalis sowie Carl-Hans Graf von Hardenberg, der als Offizier 20. Juni 1944 am missglückten Attentat auf Adolf Hitler teilnahm. Seine Bibliothek wurde von den Nationalsozialisten konfisziert und in ein Sammellager gebracht. Von dort wurden große Teile der Bibliothek nach Kriegsende in die Sowjetunion verbracht und dort auf verschiedene Institutionen verteilt. Bis heute sind die Bestände dieser außergewöhnlichen Bibliothek infolgedessen weit verstreut. Die heutige Eigentümerin der Bibliothek, die Zentral- und Landesbibliothek Berlin, bemüht sich, die Bestände der Bibliothek Hardenberg aufzufinden und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Rüdiger SchestagModefotografie im Fotozentrum

Der in Moskau geborene Lado Alexis wanderte zu Beginn der Neunzigerjahre nach Berlin aus und setzte dort seine Karriere als Freelancer fort. Heute arbeitet er mit grossem Erfolg als Modefotograf für die die deutsche Agentur „Schierke Photographers“ und veröffentlicht seine Bilder in Lifestyle-Magazinen, wie „Vogue“, „Elle“, „AD“, „Tush“, „Jalouse“, «Glamour», „GQ“, „Paris Match“ und „Zink“.

Im Rahmen des Projekts „Neue deutsche Fotografie“ zeigt Rüdiger Schestag seine Kompositionen mit sexy Modellen vor stimmungsvollem Hintergrung. Die Ausstellung „ReVision” ist nicht sein erster Auftritt in Petersburg – bereits vor einem Jahr präsentierte er Nackedeis vor fantasievollen Tapeten unter dem Titel „Wallpaper-project“ (beide Ausstellungen bis 6. Juli).

Zeichner und Kartograph im Dienste des Zaren


Heinrich Theodor Wehle Mit der Ausstellung „Im Reich der schönen, wilden Natur“ mit Grafik von Heinrich Theodor Wehle aus deutschen Sammlungen, eröffnet die Eremitage seinem Publikum ein wenig bekanntes Kapitel deutsch-russischer Geschichte. Wehle wurde 1778 in Förstgen bei Kreba als Sohn eines sorbischen Pfarrers geboren und studierte nach einer Ausbildung an der Görlitzer Zeichenschule bei Christoph Nathe in Dresden. Er war Landschaftszeichner im Dienst der Chalcographischen Gesellschaft in Dessau und gelangte dann nach St. Petersburg.

Als Kartograph und Zeichner bereiste er im Auftrag des Zaren Alexander I. den Kaukasus und hielt dort als erster westeuropäischer Künstlers die wilde Landschaft fest. Trotz seines frühen Tods hinterliess er ein umfangreiches Werk, aus dem in Petersburg über 60 Grafiken und Zeichnungen aus dem Sorbischen Museum und dem Stadtmuseum in Bautzen, der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau, dem Kulturhistorischen Museums Görlitz sowie der Hamburger Kunsthalle zu sehen sind (bis 7. September). Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog mit einem illustrierten Werkverzeichnis erschienen.

Zeit und Datum der Veranstaltungen sind im Kalender auf der rechten Seite unserer Webseite zu finden.

Bilder: PD, Rüdiger Schestag, Lado Alexis.

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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