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Ausstellungstipp: Alberto Giacometti – Romy Schneider – Sergei Dott

Von   /  10. Dezember 2008  /  Keine Kommentare

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Zwei Premieren, ein Wiedersehen – der Schweizer Bildhauer Alberto Giaccometti und österreichische Schauspielerin Romy Schneider werden in Russland zum ersten Mal in einer Ausstellung gezeigt. Der in Berlin lebende Fotograf und Installationskünstler Sergei Dott hingegen ist in Petersburg schon kein Unbekannter mehr.

eva.- Im Westen eine Berühmtheit, in Russland wenig bekannt – Romy Schneider. Die 1938 geborene Sissy-Darstellerin, die 1981 auf mysteriöse Weise ums Leben kam und deren nach aussen hin glänzendes Leben  in Wirklichkeit von viel Unglück und Einsamkeit geprägt war, wird dem russischen Publikum erstmals in einer Fotoausstellung vorgestellt.
Die Petersburger „Miele Gallery“ zeichnet nun anhand von 41 Fotogafien aus den Jahren 1956 bis 1981 Leben und Karriere Schneiders nach. Neben Schnappschüssen des Filmstars auf der Bühne der Papparazzi enthält die Ausstellung auch Fotografien, auf denen persönliche Momente festgehalten sind – zum Beispiel mit ihrem Sohn David Christopher, der 1981 tödlich verunfallte. Dieses lebensnahere Porträt Romy Schneiders, die zeitlebens darunter litt, nur als Sissy-Halbgöttin wahrgenommen zu werden, ist auch für Kenner etwas Neues – darum lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall.
(Bis 20. Dezember)

Die Petersburger entdecken Giacometti in der Eremitage

Obschon er zu den wichtigsten Künstlern des 20. Jahrhunderts gezählt wird, war Alberto Giacometti (1901-66) in der russischen Kulturhauptstadt bisher nur wenig bekannt. Das hat weniger mit seiner schweizer Herkunft, als mit der Entwicklung seines Stils zu tun. Während sich sein Schaffen in den Vorkriegsjahren relativ klar den Strömungen des Kubismus und Surrealismus zuordnen liessen, scherte er in seinem Spätwerk klar aus und gründete seinen ganz eigenen Stil.

Seine bekanntesten Skulpturen, die drahtig-dünnen Gestalten, die zielgerichtet ins Unbekannte schreiten und blicken, weichen vollkommen vom Kanon der klassischen Bildhauersprache ab. In einer konservativen Kulturstadt wie Petersburg, wo für viele noch heute die Kunstgeschichte kurz vor oder nach Malewitsch endet, sorgt eine solche Ausstellung deshalb für eine willkommene frische Brise.

Die rund 80 Exponate (darunter 26 Skulpturen) aus verschiedenen Schweizer Sammlungen werden von den bekannten Fotografien Ernst Scheideggers begleitet – womit die Ausstellung im Zwölfsäulensaal der Eremitage deutlich an Stärke gewinnt. Die Schwarzweiss-Aufnahmen des schweizer Fotografen spiegeln eindrücklich die Atmosphäre in der Pariser Werkstatt Giacomettis und helfen, sich dem introvertierten Charakter des Künstlers anzunähern.
(Bis am 8. Februar)

Sergei Dott: spektakulär und geheimnisvoll

Nach einem reichlich aufsehenerregenden Auftritt im Jahr 2005 als er auf dem Schlossplatz Rasen sähte und darin seine „Rosen“ pflanzte, besucht der Berliner Künstler Sergei Dott nun auf weit ruhigere Weise Petersburg. Das städtische Skulpturenmusem zeigt Installationen und kolorierte Fotografien Dotts – Montagen und Triptichen.

Wie immer rückt das Kolorieren der Schwarzweissfotografien die Bilder in die Nähe der Malerei. Der schwache Kontrast lässt Farbtöne und Motive miteinander zu einer Traumwelt verschmelzen. Auf den ersten Blick meint man, die Motivreihen relativ einfach „lesen“ zu können, doch beim Nähergehen erweist sich diese Wahrnehmung schnell als zu oberflächlich.
(Bis 21. Dezember)

Detailierte Angaben finden Sie im Veranstaltungskalender am rechten Rand unserer Webseite.

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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