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Ausstellung zeitgenössischer „Ikonen“ in Petersburg wegen Kirchenprotesten abgesagt

Von   /  16. Oktober 2012  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Das Projekt der Ausstellung „Icons“ des Sammlers und Kurators Marat Gelman in der Petersburger Stiftung Rizzordi endete mit einem Eklat. Nachdem die Stiftung vorgeschlagen hatte,  die Ausstellung wegen der „ausserordentlich unerfreulichen Atmosphäre“ in der Stadt auf Ende 2013 zu verschieben, liess der Kurator das Ganze empört fallen.


Nachdem Gelman von der Verschiebung erfahren hatte, schrieb er in seinem Blog, er verstehe zwar die Galerie und ihre Situation, sei aber sehr enttäuscht von dieser Entscheidung. Er kenne nicht alle Umstände, wolle aber festhalten, dass dieser Entschluss der Kunstszene der Stadt schade. Ob nun jedes Projekt vom Willen des Gouverneurs abhängig sei? Die Ausstellung bei der Rizzordi-Stiftung werde nicht verschoben, sondern gar nicht erst stattfinden, schreibt Gelman.

Protest durch Gläubige und Kosaken in Krasnodar

Hintergrund der „unerfreulichen Situation“ war eine Unterschriftensammlung russisch-orthodoxer Gläubiger gegen die Ausstellung, die im November hätte eröffnet werden sollen. Das Ikonen-Projekt, das zeitgenössische Heiligenbilder moderner russischer Künstler präsentiert, hatte bereits im Mai in der südrussischen Stadt Krasnodar für einen Skandal gesorgt. Russisch-orthodoxe Aktivisten hatten dort mit Unterstützung von Kosaken öffentlich dagegen protestiert – wenn auch vergeblich.

In Perm stellte Gouverneur die Sache klar

Viele Besucher gaben sich damals enttäuscht, hatten sie doch etwas spektakuläres, provozierendes erwartet. Stattdessen hatten sie Heiligenbilder ohne jeglichen kritischen oder gar beleidigenden Zug gesehen – lediglich die Umsetzung oder Technik war neu, schreibt Fontanka.ru. Danach kam „Icons“ nach Perm, wo sich ebenfalls kirchlicher Protest regte. Hier stellte der Gouverneur persönlich die Sache klar. Alles sei würdig und mit Geschmack gemacht worden, lautete sein Urteil, danach war Ruhe.

Bild: www.permm.ru

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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