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Ausstellung „Kinder der Avantgarde“ im Mobahaus

Von   /  4. September 2016  /  Keine Kommentare

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eva.- Anlässlich der baldigen Eröffnung des neuen Gebäudetrakts, zeigt der Technopark Mobahaus in St. Petersburg eine Ausstellung mit junger Kunst. Die Ausstellung, die Wladimir Frolow kuratierte, wurde durch eine Performance ergänzt, welche die Räume mit dem Geist der Erneuerung erfüllten (Fotogalerie).


Das Ausstellungsthema ergab sich durch die architektonische Umgebung, in der das Mobahaus steht. An der Uliza Tkatschei und am Elisarow-Prospekt stehen mehrere Bauten im Konstruktivismus-Stil, dem das Mobahaus nachempfunden ist. Obwohl es in St. Petersburg zahlreiche Prachtsbeispiele des Konstruktivismus gibt, ist dieser Baustil kaum bekannt und wird auch den Touristen vorenthalten.

Gleichzeitig ist das Thema ideal für einen Neubeginn, da sich die Avantgarde der 1910er und 20er Jahre die ständige Selbsterneuerung auf die Fahne geschrieben hatte. Wie Kurator Wladimir Frolow von „Projekt Baltja“ in seinem Ausstellungstext schreibt, sind die jungen Künstlerinnen und Künstler die Nachfolgegeneration einer „langen Avantgarde“, womit die UdSSR gemeint ist, die Ende des 20. Jahrhunderts zerfiel. Allerdings wird dabei missachtet, dass die Avantgarde und ihre Vertreter fast alle schon während des Stalinismus der Dreissigerjahre gleichgeschaltet und/oder repressiert wurden und die Kunstrichtung selbst geächtet wurde.

Forderung nach ständiger Erneuerung, Reflexion und Relativierung

An der Ausstellung nahmen teil: Alexei Bogolepow, Dmitri Zyrenschikow, Maria Pawlenko, Alexander Morosow, Wladimir Kosin, Marina Alexejewa, Iwan Chimin, Andrei Rudew, Igor Panin, Alexander Daschewski, Andrei Lublinski, Gruppe „Sewer-7“, Architekturbüros „Virtuvi und Söhne“, „Chwoja“, Industriedesigner Alexander Kanygin, sowie der Poet, Kulturolog und Kunstkritiker Dmitri Golynko.

An der Vernissage zeigte Pawel Semtschenko (Teatr AChE) eine Performance, die gleichzeitig Chaos und Kreativität, Experiment und Vitalität der Avantgarde spiegelte. Während er seine riesige Collage schuf, wanderte er mit einem sprechenden Tablet am Kopf, das sein Unterbewusstsein symbolisierte, im Saal umher. Der Text selber manifestierte die Forderung nach ständiger Erneuerung, Reflexion und Relativierung des Vorhandenen im Schaffensprozess. Mit diesem Geist wurden die neuen Räumlichkeiten, die in später vermietet werden gewissermassen „geweiht“. Mögen sie den künftigen Bewohnern die nötige Weitsicht und Innovation bringen, die jedes Unternehmen braucht.

Bilder: Eugen von Arb/ SPB-Herold

Bis am 16. September. Uliza Sedowa 46. Metro Lomonossowskaja. Autobus 95, Trolleybus 14. Kontakt: Tel. +7-911-003-37-36.

www.projectbaltia.com

www.facebook.com/mobahaus

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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