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Ausstellung „Das Alexandrow-Ensemble – Botschafter des Friedens“ in Wismar

Von   /  12. Mai 2019  /  Keine Kommentare

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Von Andrej Quade/ phanTECHNIKUM

„Steh auf, steh auf, du Riesenland! Heraus zur großen Schlacht! Den Nazihorden Widerstand! Tod der Faschistenmacht!“ Wo immer auch das Lied „Der Heilige Krieg“ in Russland erklingt, erhebt sich der ganze Saal. Es ist das Lied der Lieder. Komponiert und arrangiert hat es Alexander Alexandrow. Der Gründervater des Tanz- und Gesangsensembles der Sowjetarmee, Moskaus singender Waffe. Geschmiedet im Zweiten Weltkrieg, dem russischen „Großen Vaterländischer Krieg“. Veteranen berichten, dieses Lied hätte mindestens genau so viel Anteil am Sieg der Roten Armee, wie der legendäre Panzer T-34.

Heute zählt das 1928 gegründete Alexandrow-Ensemble zu den berühmtesten Chören weltweit und gilt als einer der wichtigsten Botschafter russischer Kultur. Das Programm beschränkt sich dabei nicht nur auf militärische Lieder, vielmehr bietet es einen umfassenden Einblick in die Seele Russlands. Klassiker wie „Kalinka“ und „Katyusa“, Meisterwerke wie die Arie „Nessun Dorma“ beeindrucken in einer Darbietung durch 100 Männerstimmen, unterstütz durch Einlagen des weltberühmten traditionellen russischen Balletts.

Die Ausstellung „Alexandrow-Ensemble. Botschafter des Friedens“ zeigt erstmals im deutschsprachigen Raum die Geschichte des Chores. Sie erinnert an die großen Höhepunkte, würdigt dessen künstlerische Bedeutung und zeigt – über die Zäsur des tragischen Flugzeugunglücks im Jahr 2016, bei dem 64 Sänger und Tänzer ums Leben kamen, hinaus – den weiteren Weg in die Zukunft.

Legendäres Konzert auf dem Berliner Gendarmenmarkt 1948

Dabei ruft die Ausstellung auch ein wichtiges Ereignis in Erinnerung: das legendäre Konzert auf dem Berliner Gendarmenmarkt vor gut 70 Jahren, am 18. August 1948. Mit diesem Auftritt reichte das Ensemble den Deutschen symbolisch die Hand, Sieger und Besiegte sollten sich nie wieder als Feinde gegenüberstehen. Ein leider frommer Wunsch, wie die folgenden 40 Jahre zeigen sollten; ein Wunsch, den man trotzdem nie aufgeben sollte.

Der Titel der Ausstellung knüpft an den Auftritt von 1948 an: „Botschafter des Friedens“. Der Ausstellungsort in Wismar, das phanTECHNIKUM, gehörte bis 1993 als Stabsgebäude zum Kasernenkomplex „Lübsche Burg“. Hier waren das 288. Garde-Mot.-Schützenregiment sowie das 199. Garde-Panzerartillerieregiment der Sowjetarmee stationiert.

Heute wird im phanTECHNIKUM Technikgeschichte interaktiv präsentiert und spannend erzählt. Mit der Ausstellung zum Alexandrow-Ensemble, den weltweit gefeierten Meistern der Gesangstechnik, widmet sich das Team des phanTECHNIKUM gemeinsam mit den Ausstellungsmachern Claudia Opitz und Sebastian Köpcke erstmals einem musikalischen Thema.

Bis 10. Juni. phanTECHNIKUM. Zum Festplatz 3, Wismar.

Text: www.phantechnikum.de

Bilder: www.alexandrow-expo.de

 

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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