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Aus der Krise gerast: Russlands Automarkt zeigt zweistellige Wachstumsraten

Von   /  16. Dezember 2017  /  Keine Kommentare

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spn.- Nach Jahren der Krise meldet der russische Automarkt erneut zweistellige Wachstumsraten. Auch deutsche Automarken wollen davon profitieren, schreibt das „Handelsblatt“. Alle Autobauer in Russland versuchen aktuell, ihre Produktion anzukurbeln. Denn: „Wer tief fällt, kann hoch steigen“, schriebt der Autor des Artikels, André Ballin.

Seit 2014 sind die Absatzzahlen auf dem russischen Automarkt gravierend gefallen. Während 2012 2,78 Millionen Neuwagen verkauft wurden, kauften die Russen 2016 nur noch die Hälfte (1,426 Millionen Autos). Die Autohersteller reagierten auf diesen Trend mit Kurzarbeit, Entlassungen oder gar, wie General Motors in St. Petersburg, mit einer Werkschließung. Nun geht es aber wieder aufwärts, und zwar in zweistelligem Tempo, betont Ballin.

Aktuell ist der russische Automarkt um etwa elf Prozent gewachsen. Im Oktober lag das Plus bei gar 17,3 Prozent. Die Umsätze steigen bereits acht Monate in Folge. So hat auch das Volkswagen-Werk in Kaluga wieder das Produktionstempo beschleunigt. „Seit zwei Wochen fahren wir wieder Samstagsschichten, weil wir die Produktion aufholen müssen“, so der Generaldirektor der VW-Gruppe in Russland, Marcus Osegowitsch. „Wir geben Gas und machen bis zum 31. Dezember durch.“

Produktionsrekord in St. Petersburg

Nur 30 Kilometer weiter westlich schraubt das Unternehmen eine Montagefabrik zusammen. Hier sollen ab Anfang 2018 die Kleintransporter Peugeot Expert und Citroёn Jumpy vom Band laufen. In St. Petersburg stellten die drei Autowerke von Toyota, Nissan und Hyundai im Oktober gar einen neuen Produktionsrekord auf: 32.500 Fahrzeuge oder ein Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr für den Standort.

Zuletzt habe es einen solchen Aufschwung 2012 gegeben, so der Chef des Automobilkomitees bei der Vereinigung Europäischer Unternehmen in Moskau (AEB), Jörg Schreiber. „Natürlich ist der Umsatz des heutigen Marktes weit entfernt vom damaligen Rekord“, zitiert das „Handelsblatt“ Schreiber. „Für nächstes und übernächstes Jahr habe ich keine Bedenken.“ Auch 2018 falle das Wachstum zweistellig aus. Der Generaldirektor der VW-Gruppe in Russland hält seinerseits die in Moskau einst geäußerten Ambitionen, Deutschland als Europas Automarkt Nummer Eins abzulösen, zwar für „illusorisch“, mit einer Kapazität von bis zu 2,7 Millionen Pkw pro Jahr sei die Bedeutung des Landes für Autobauer jedenfalls „gewaltig“, so Osegowitsch.

Bild: Nikita Novozhilov/Wikimedia Commons

www.sputniknews.com

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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