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Auf Stimmenklau: „Einiges Russland“ gräbt anderen Parteien das Wasser ab

Von   /  6. Dezember 2011  /  1 Kommentar

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Von Eugen von Arb

Die Wahlen sind vorbei – die Stimmen sind aber noch lange nicht ausgezählt, denn immer neue Verstösse kommen ans Licht. Die Regierungspartei „Einiges Russland“ (ER) soll bei ihren Konkurrenten ganz einfach hunderte von Stimmen geklaut haben.


Wie Fontanka.ru schreibt, beträgt der „Stimmenfang“ von „Einiges Russland“ bisher einige tausend, doch vermutet man, dass sich die Zahl im Zuge der Untersuchungen in die Zehntausenden gehen könnte.

Die Manipulationen fanden vor allem in eine Richtung statt – Stimmen, die für „Gerechtes Russland“ eingeworfen worden waren, wurden „Einiges Russland“ angerechnet. Beim Wahllokal Nr. 612 im Kirower Bezirk zum Beispiel zog man „Gerechtes Russland“ 200 von 369 ab und schanzte sie „Einiges Russland“, das dadurch auf 560 statt 360 Stimmen kam.

„Einiges Russland“ vervierfacht auf der Wassili-Insel seine Stimmen

Neben zwei ähnlichen Fällen im Kirower Bezirk sind bisher „Umverteilungen“ in den Bezirken Kolpino und Kalinin entdeckt worden, bei denen auch von den anderen Wahlteilnehmern, „Jabloko“, KP, LDPR, „Patrioten Russlands“ und „Gerechte Sache“ Stimmen zugunsten „Einiges Russland“ abgezweigt wurden.

Im Wahllokal Nr. 118 auf der Wassili-Insel vervielfachte „Einiges Russland“ seine Stimmen gerade um das Vierfache. Die ursprüngliche Stimmenaufteilung zeigte folgendes Resultat: „Gerechtes Russland“ – 305 Stimmen, „Einiges Russland“- 271, „Jabloko“- 255, KP- 160, LDPR- 84. Im Protokoll des Wahllokals wurden die Stimmen wie folgt umgeschichtet:  „Einiges Russland“- 1031 Stimmen, KP- 20, „Gerechtes Russland“ – 15, „Patrioten Russlands“- 15, „Gerechte Sache“- 15, „Jabloko“- 5 und LDPR-4. Bereits haben mehrere Parteien, in erster Linie natürlich „Gerechtes Russland“, angekündigt, die Gültigkeit der Wahlresultate möglicherweise nicht anzuerkennen.

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. realsatire sagt:

    Wie heist es Heute bei der staatlichen Wahlkommision: „Alles nur technische Ungereimtheiten ohne Auswirkung auf das Gesamtergebniss“ als Beleg dann die positiven Aussagen von anderen lupenrein-demokratischen Wahlbeobachtern aus Kasachstan und der Ukraine, welche die Wahl als vorbildlich bezeichneten. Da kann mann leider nur Angst vor den nächsten Wahlen in diesen Ländern bekommen. Den von (geeintes) Russland lernen heisst ja siegen lernen….

    Dazu passt auch wie der Spiegel online berichtet, das in Moskau in den Wahllokalen, welche von der Bundestagsabgeordnete Marieluise Beck besucht und überwacht wurden die Wahlergebnisse von „Geeintes Russland“ statt der in der in Moskau vermeldeten 46% plötzliche auf 20% sanken.
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,801865,00.html

    Von den anderen Tricks die dort beschrieben werden mal ganz zu Schweigen.

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