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Auf Petersburgs Strassen sterben mehr Menschen denn je

Von   /  3. Dezember 2008  /  Keine Kommentare

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Von Eugen von Arb

Der Verkehr auf Petersburgs Strassen hat in den letzten Jahren exponentiell zugenommen – waren die Strassen an kritischen Stellen im Zentrum früher nur zu den Stosszeiten verstopft, so sind sie es heute oft zu jeder Tageszeit. Dementsprechend hat die Hektik und die Zahl der Unfälle und Verkehrstoten und -Verletzten stark zugenommen. 2007 passierten in Petersburg und dem Leningrader Gebiet 12.667 Unfälle, bei denen 1444 Menschen ums Leben kamen. Von den insgesamt 15.000 Verletzten waren 1062 Kinder. Allein in Petersburg wurden über 9000 Unfälle mit 706 Todesfällen gezählt, schreibt Fontanka.ru

Niedrigere Unfallzahlen sind zufällig

Dieses Jahr senkte sich die Unfallziffer zwar um 4,7 Prozent (7208 Unfälle, 492 Todesopfer). Doch erkennt Leonid Bogdanow, Vorsitzender des Komitees für Rechtsordnung und Sicherheitsfragen, darin keine Verbesserung der Situation, sonder eher eine zufällig Entwicklung, wie er gegenüber der Stadtregierung eingestand.

Wie er den Regierungsmitgliederns anhand eindrücklicher Verkehrsvideos demonstrierte, hat die Rücksichtslosigkeit im Strassenverkehr ein erschreckendes Ausmass erreicht. Nicht nur für Verkehrsteilnehmer hinter dem Steuer, insbesondere für Fussgänger hat sich die Situation verschärft. Wer über den Zebrastreifen muss, kann leicht zum Opfer von Rasern werden, die nicht einmal Lichtsignale repektieren. Strassenübergänge ohne Ampel werden ohnehin ohne jede Rücksicht überfahren.

Aktion für Sicherheit der Fussgänger

Zwar gibt es seit einigen Monaten eine gemeinsame Aktion der Lokalzeitung „Moi Rayon“ und der Verkehrspolizei, die mit Aufklebern und anderen Good-Will-Aktionen versuchen, die Autofahrer zu mehr Respekt gegenüber Fussgängern zu bewegen, doch ändert sich das Bewusstsein in dieser Frage nur langsam.

Ausserdem kann sich der Enthusiasmus einzelner Fahrer als riskant erweisen. Schon mancher hat seinen Respekt vor dem Fussgängerstreifen mit einem Auffahrunfall bezahlt, weil sein Halt vom nachfolgenden Fahrer zu spät bemerkt wurde.

Führerschein kann praktisch gekauft werden

An der Regierungssitzung wurde eine weitere Frage angesprochen, die unmittelbar mit der Fahrdisziplin zusammenhängt: Die Ausbildung. Wie Bogdanow eingestehen musste, ist bei den Führerprüfungen Bestechung im Spiel.

Damit wurde jedoch nur ein offenes Geheimnis angesprochen – jeder Russe weiss, dass sich der Führerschein praktisch kaufen lässt. Angesichts des hohen Andrangs beim Fahrschulen und Strassenverkehrsamt, soll der Preis, um den Prüfungsexperten gnädig zu stimmen, heute bei umgerechnet rund 600 Euro.

Gouverneurin ist schockiert

Angesichts dieser Tatsachen zeigte sich Gouverneurin Valentina Matwijenko schockiert und forderte mehr Strenge bei den Fahrprüfungen – sie selbst habe die Führerprüfung erst beim dritten Mal geschafft, merkte sie an, weil früher die Prüfungen strenger und ehrlicher gewesen seien.

Um die Sicherheit auf den Strassen zu erhöhen, hat die Regierung ein Massnahmenpaket für die Jahre bis 2012 verabschiedet, das Verkehrskurse für Kinder und Fahrzeuglenker, sowie Verbesserungen bei der Notfallmedizin umfasst.

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Kommentar: Korruption kennt Keine Krise

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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