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Antikorruptionsdemo: Petersburger Gerichte nach Festnahmen tagelang überlastet

Von   /  15. Juni 2017  /  Keine Kommentare

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eva.- Nachdem am 12. Juni auf dem Marsfeld 561 Personen festgenommen worden waren, wurde das Dscherschinsky-Gericht zur Abarbeitung der Fälle für zwei Tage geschlossen. Doch schon kurz darauf mussten die dortigen Richter ihre Kollegen in den anderen Stadtbezirken um Hilfe bitten, weil sie übefordert waren.

Den meisten Festgenommenen wurden je zwei Protokolle erstellt – eines wegen der Teilnahme an einer verbotenen Kundgebung und eines wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt. Ersteres wurde mit einer Busse zwischen 10.000 und 20.000 Rubel oder bis zu 40 Stunden Sozialarbeit bestraft, Letzteres mit 500 Rubel Busse bis zu 15 Tagen Arrest.

In vielen Fällen wählten die Richter die Kombination Geldstrafe und zwei Tage Arrest, da viele Festgenommene sowieso zwei Tage auf der Wache verbracht hatten und auf diese Weise die Leute gleich auf freien Fuss setzen konnten. Als strengste Gerichte wurden in der Strafstatistik von Fontanka.ru jenes im Frunsenski-Bezirk, im Kalininsky-Bezirk und das Dscherschinsky-Gericht ausgemacht. Die Gerichte im Krasnoselsky-Bezirk und auf der Wassili-Insel gaben die mildesten Strafen und sprachen auch einige der Festgenommenen frei.

Für Aufsehen sorgte die Festnahme und Bestrafung einer 71-jährigen Frau, die 5.500 Rubel Strafe zahlen musste. In einem Fall wurden eine Mutter und ihre 19-jährige Tochter zu acht Tagen Arrest verurteilt. Die beiden standen vor verschiedenen Richtern, und Mutter, die eigentlich freigesprochen worden war, bat um dasselbe Strafmass wie das der Tochter, um sie nicht allein zu lassen.

Bild: Ein festgenommener Demonstrant im Autobus auf dem Marsfeld. (Eugen von Arb/ SPB-Herold)

www.fontanka.ru

www.online812.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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